Veranstaltungsreihe

07.02.2020

Alte Musik jetzt auch postmodern

„Fugger Konzerte“ heißt es jetzt zehnmal im Jahr. Natürlich wird damit auch an Jakob Fugger (1459–1525) erinnert.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die ehemalige Maxkonzertreihe heißt jetzt „Fugger Konzerte“ und ersetzt „Die Fugger und die Musik“. Das Forum Alte Musik Augsburg plant zehn Konzerte und möchte darin auch Altes mit Neuem verbinden

Wenn Jakob Fugger der Reiche seinen 561. Geburtstag hat, sollte, wer auf Musik und Essen der Renaissance steht, die Fuggerei aufsuchen. Am 6. März wird hier im großen Rahmen mit Dinner und Musik die Reihe „Fugger Konzerte“ eröffnet. Unter diesem Namen veranstaltet das Forum Alte Musik Augsburg (Fama) unter der Schirmherrschaft von Theresia Gräfin Fugger von Glött eine neue Konzertreihe, die die Reihe „Die Fugger und die Musik“ ablöst, die die Regio Augsburg bislang veranstaltet hat. Die Reihe „Fugger Konzerte“ löst auch die bisherige Konzertreihe des Forums Alte Musik Augsburgs ab, die „Maxkonzerte“ wird es in diesem Jahr nicht mehr geben.

Fama hat sich, so der Vorsitzende Michael Eberth, auf die historische Aufführungspraxis Alter Musik vor allem der Renaissance und des Frühbarocks spezialisiert. Dazu gehört das Studium der zahlreichen Kompositionen, die, mit Widmungen versehen, auf die Finanzierung der Musiker durch das Handelsimperium der Fugger hinweisen.

Die 22 an der Reihe beteiligten Musiker studieren die Stücke nah am Original ein; historische Instrumente können, müssen aber nicht Teil der Konzerte sein. Bei der Vorstellung des neuen Programms erklärte Theresia Fugger von Glött: „Die Reihe bringt die Musik zu den Menschen. Wir freuen uns, dass wir zusammen mit Fama die jahrhundertealte Tradition der Kunstförderung der Fuggers fortsetzen können.“

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Eine spätgotische Orgel wird extra im Dom aufgebaut

Außer dem Eröffnungs-Highlight mit Musik und Essen im Restaurant „Die Tafeldecker“ gibt es zehn Konzerte. Darunter ein Highlight mit dem Orgelspezialisten Brett Leighton aus Linz. Er wird samt einer eigens rekonstruierten, spätgotischen Orgel anreisen, die er für das Konzert und einen Studenten-Workshop extra im Dom aufbaut. Das Instrument gilt als ideal für die Aufführung der spätmittelalterlichen Musik, für die neben dem Organisten auch die Augsburgerin Sabine Lutzenberger (Gesang) und die Augsburger Domsingknaben beteiligt sein werden.

Für grenzüberschreitende Akzente sorgen die mit „Alte Musik plus“ betitelten Veranstaltungen. Diese bauen durch Jazz, Rock und neue Orte Brücken in die Jetztzeit. „Es ist gut, nicht nur im ‚Goldenen Zeitalter‘ Augsburgs zu verharren, sondern auch auf ein neues, vielleicht jüngeres Publikum zuzugehen“, erklärt Kulturreferent Thomas Weitzel. Zum Beispiel in der St.-Gallus-Kapelle.

Im Mai werden hier passend zur Entstehungszeit der kleinen Kirche fünf fagottähnliche Dulcianen Kompositionen von Orlando di Lasso spielen. Dieser stammte aus der Gegend um Antwerpen und galt als einer der berühmtesten Komponisten der Renaissance. Durch die Vermittlung Johann Jakob Fuggers wurde er 1565 an den königlichen Hof in München verpflichtet. Undogmatisch verspielt wird es im Schaezlerpalais zugehen. Dort spielt Progetto 600 Anfang Mai mit Flöte, Violine, Percussion und Cello eigene Mischungen aus Barock, Pop, Jazz und Postmoderne.

Kooperationspartner und Sponsoren sind neben der Stadt Augsburg, die die Reihe mit 7000 Euro fördert, der Bezirk Schwaben, Stadtwerke Augsburg, Universität Augsburg und die für die Lizenzverträge der Fugger-Familie zuständige Fugger GmbH.

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