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Lockdown-Fragebogen

19.11.2020

Anne Schuester und Sebastian Seidel: "Wir fühlen uns mundtot gemacht"

Sebastian Seidel und Anne Schuester bereiten trotz der derzeitigen Schließung des Theaters die nächsten beiden Premieren vor.
Bild: Ines Möritz

Die Leiter des Sensemble Theaters Augsburg Sebastian Seidel und Anne Schuester sind frustriert und wütend. Trotzdem bereiten sie sich auf die nächsten Premieren vor.

Wie ist Ihre Gemütsverfassung?

Sebastian Seidel und Anne Schuester: Wir sind traurig, frustriert und auch wütend, dass wir trotz aller Investitionen und Bemühungen um Hygiene- und Lüftungskonzepte und einer Minimierung der Ansteckungsgefahr in unserem Haus keine Aufführungen haben dürfen.

Woran arbeiten Sie gerade?

Seidel und Schuester: Wir wollen nicht alle Hoffnung auf eine Fortsetzung der künstlerischen Arbeit fahren lassen. Faktisch bereiten wir die nächsten Premieren vor: "Eiscreme" von Miro Gavran am 3. Dezember und "Wahlschlacht 2021" von Sebastian Seidel am 23. Januar. Außerdem versuchen wir Lösungen zu finden, wann wir ausgefallene Vorstellungen nachholen können. Und nicht zuletzt schreiben wir wieder viele Anträge auf finanzielle Unterstützung.

Welcher Verzicht schmerzt jetzt am stärksten?

Seidel und Schuester: Der Verzicht auf den Kontakt mit unseren großartigen Zuschauern und die Unmöglichkeit, den Verwerfungen künstlerisch begegnen zu können. Gerade jetzt wäre die politische Auseinandersetzung mit theatralen Mitteln besonders wichtig. Wir fühlen uns mundtot gemacht!

Was gibt Ihnen Hoffnung?

Seidel und Schuester: Der große Zuspruch durch unsere Zuschauer – sie sagen uns immer wieder, wie wichtig unsere Arbeit für sie ist und zeigen das ganz praktisch durch Spenden. Auch die große Solidarität unter den Kunstschaffenden. Gemeinsam werden wir gestärkt aus der Krise hervorgehen und um die Kunstfreiheit zu kämpfen wissen.

Was wünschen Sie sich für 2021?

Seidel und Schuester: Wir wünschen uns, dass in jedem Lebensbereich konstruktive und gangbare Wege für den Umgang mit dem Virus gefunden werden bzw. die vorhandenen umgesetzt werden. Corona wird uns noch eine Weile begleiten, das darf nicht bedeuten, dass alles, was das Mensch-Sein ausmacht – Kultur, Austausch, Kontakt – auf unabsehbare Zeit auf Eis gelegt wird.

Ihr Lebensmotto in der Corona-Krise?

Seidel und Schuester:Niemals unterkriegen lassen! Gemeinsam für die eigenen Ideale weiterkämpfen.

Noch eine Empfehlung für andere?

Seidel und Schuester: Differenziert diskutieren und handeln. Pauschale Lösungen vermeiden. Fehler eingestehen und korrigieren.

Hier kommen Sie zu den weiteren Fragebögen unserer Serie:

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