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Augsburger Puppenkiste
10.10.2021

Endlich spielt die Augsburger Puppenkiste wieder

Die Marionetten der Augsburger Puppenkiste spielen wieder, verkünden (von links) Christoph Mayer, Jürgen Enninger und Klaus Marschall.
Foto: Mercan Fröhlich

Räuber Hotzenplotz, die Götterschar der Nibelungen und Kabarett: Nach 18 Monaten Zwangspause nimmt die Augsburger Puppenkiste ihren Spielbetrieb wieder auf.

Endlich wieder! Nach 18 Monaten coronabedingter Zwangspause nimmt die Augsburger Puppenkiste wieder ihren Spielbetrieb auf. „Das Haus funktioniert nur als Ganzes – mit dem Theater, dem Puppentheatermuseum Die Kiste und dem Café-Restaurant“, sagt Theaterleiter Klaus Marschall vor der Presse. Alles läuft nun wieder an – wenngleich mit noch etwas eingeschränktem Betrieb. Das Museum hat schon seit gut drei Wochen geöffnet.

Der "Ring des Nibelungen" wurde auf zwei Stunden gekürzt

Auf dem Spielplan für Oktober bis Dezember 2021 steht als Abendvorstellung „Der Ring des Nibelungen“, jeweils Donnerstag bis Samstag, 19.30 Uhr. Zur Erinnerung: Den „Ring des Nibelungen“, den Richard Wagner in 16 Stunden und drei Opern mit Vorspiel angelegt hatte, reduzierte die Puppenkiste auf zwei Stunden – ein amüsantes Spiel um Macht, Liebe und verworrene Familienverhältnisse, das auch in seiner Kürze das Wesentliche von Wagners Ring bewahrt.

Es wird auch wieder ein Kabarett geben, das üblicherweise an Silvester Premiere hat. „Das Kabarett ist schon lange in den Köpfen unserer Mitarbeiter“, verrät Klaus Marschall. Er hoffe, meint er lächelnd, dass sich die politische Lage bald klären werde, damit man wisse, „welche Holzköpfe von Politikern man schnitzen und auf die Bühne bringen kann“. Höhepunkt des Kabaretts der Puppenkiste ist immer eine politische Nummer. Der Vorverkauf fürs neue Kabarett wird diesmal ab 20. November nur telefonisch oder direkt im Haus möglich sein – nicht mehr online. Das habe zuletzt zum Zusammenbruch des Systems geführt, so Marschall.

Nachmittagsvorstellungen der Puppenkiste wird es vorerst samstags und sonntags jeweils um 15 Uhr geben, beginnend mit dem "Räuber Hotzenplotz", über das "Rumpelstilzchen" (ab 30. Oktober) bis zur "Frau Holle" im November. Für die Adventszeit im Dezember wird wieder das Stück „Wie das Eselchen das Christkind suchte“ gegeben, dies schon um 14 Uhr, um gegebenenfalls ab Mitte Dezember an diesem Nachmittag noch ein weiteres Mal zu spielen.

Besuche in der Augsburger Puppenkiste sind nur mit 3G-Regeln möglich

Es gibt also noch einige Unwägbarkeiten. Ganz wichtig ist es dem Theaterleiter, darauf hinzuweisen, dass der Besuch des Hauses nur unter den 3G-Regeln möglich ist. Das werde auch am Eingang streng kontrolliert. Die Erfahrung aus den vergangenen Wochen, als schon das Museum nur unter diesen Bedingungen zu betreten war, hätten gezeigt, dass „trotz der Schärfe der Kontrollen die Menschen froh waren, die Helden ihrer Kindheit wieder besuchen zu können“.

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Die Freude darüber, endlich wieder spielen zu können, ist Klaus Marschall anzumerken. In der Zeit, in der „so gut wie kein Betrieb“ stattfinden konnte, sei ein Überleben des Theaters nur möglich gewesen durch die Unterstützung der Stadt Augsburg und ihres Kulturreferenten Jürgen Enninger, über die Fördermittel für den Kulturerhalt fließen konnten. Hinter den geschlossenen Türen der Puppenkiste aber hat sich in diesen Monaten durchaus etwas getan. Die lange Zeit wurde genutzt, um nach 20 Jahren, seit also die Puppenkiste in dieses umgebaute Haus umziehen konnte, wieder einiges zu erneuern. Im Zuschauerraum wurden die Böden neu eingelassen und die Wände neu gestrichen. Die Lichtsteuerung und auch die Tonanlage wurden auf neuesten Stand gebracht.

Auch ins Museum Die Kiste im Obergeschoß konnte investiert werden. Christoph Mayer, Vorsitzender der „Freunde des Augsburger Puppenspiels“ als Träger, stellte das neue Ein- und Ausgangssystem mit sensiblen Sensoren vor, das das bisherige, mit dem es zuletzt häufig Probleme gab, ablöst. Auch hier konnten Mittel aus einem Förderprogramm – neben Sponsoren und der Stadt – eingesetzt werden.

Das Puppentheatermuseum der Augsburger Puppenkiste ist das erfolgreichste in Europa

Das Puppentheatermuseum feierte am 6. Oktober sein 20-jähriges Bestehen – mit einer Bilanz, die sich sehen lassen kann. Seit der Gründung nimmt die Besucherzahl jährlich zu, im Dezember 2017 konnte nach mehr als 16 Jahren der Millionste Besucher begrüßt werden. „Es ist das erfolgreichste Puppentheatermuseum Europas“, meint Mayer stolz. Neben der Dauerausstellung gab es seit der Gründung 38 Sonderausstellungen. Die jüngste, vor Corona angelaufene, mit dem Thema „Gesucht wird… Kriminalgeschichte auf der Puppenbühne“, wird bis März 2022 verlängert.

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