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Mozartfest

15.05.2019

Bild- und Tonaufnahmen im Konzert stören

300 Jahre Leopold Mozart
Bild: Mozartfest

Zwischenfall bei der „Schöpfung“: Eine Besucherin filmt, die Solistin beschwert sich. Was sagt der Leiter des Mozartfestes, Simon Pickel, dazu?

Herr Pickel, in der Aufführung der „Schöpfung“ am Montag kam es zu einem Zwischenfall. Die Solistin Anna Lucia Richter wurde gestört durch eine Dame im Publikum, die Filmaufnahmen machte. Wie haben Sie als Veranstalter reagiert?

Simon Pickel: Wir haben die Aufnahmen tatsächlich erst durch den Zwischenruf von Anna Lucia Richter realisiert und in der Pause im Gespräch mit der Zuschauerin unterbunden. Wir haben dann auch jemanden neben sie gesetzt, der darauf geachtet hat, dass sie sich daran hält. Sie hatte den Protest der Sängerin nicht verstanden, da sie kein Deutsch konnte. Im asiatischen Raum ist der Umgang mit Bild- und Tonaufnahmen offenbar anders.

Anna Lucia Richter hatte ihren Unmut deutlich geäußert.

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Pickel: Ich fand die Reaktion phänomenal. Sie wurde in der Pause viel diskutiert und es gab auch die Meinung, da müsse man professionell sein und drüberstehen. Aber ich finde, man soll als Solist auch deutlich machen, wie beeinträchtigt man dadurch ist. Und es war faszinierend, wie schnell Richter dann wieder in der Rolle war und diese sehr intensive Arie fortgesetzt hat.

Es wird bei Konzerten ja immer darauf hingewiesen, dass Bild- und Tonaufnahmen nicht erlaubt sind. Müssen Sie trotzdem öfter eingreifen?

Pickel: Es ist eine Unart, dass Zuschauer ihr Smartphone hochheben und Fotos machen. Das ist so einfach geworden und lässt sich nicht unterbinden. Wir können nicht 20 Leute im Konzertsaal postieren, die die Besucher beobachten. Das würde ebenso stören und ich möchte nicht jeden unter Generalverdacht stellen.

Wie lässt es sich trotzdem unterbinden, dass Zuschauer Aufnahmen während des Konzertes machen?

Pickel: Das ist schwer, am besten dadurch, dass ein Bewusstsein dafür entsteht, wie störend es für die Besucher und die Musiker ist, wenn Aufnahmen gemacht werden. Dieses Bewusstsein muss auch dazu führen, dass Nebensitzende einschreiten, wenn jemand sein Handy zückt. Und es geht ja nicht nur um die Störung, das ist ja auch eine Verletzung des Urheber- und des Hausrechts.

Sie haben ja die Möglichkeit, jemanden des Raumes zu verweisen. Würden Sie zu diesem Mittel greifen?

Pickel: Wenn jemand wiederholt Aufnahmen macht, dann greifen wir zu diesem Mittel. Wir sind als Veranstalter dafür verantwortlich, dass ein Konzert ohne Zwischenfälle abläuft. Interview: Birgit Müller-Bardorff

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