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Kunst

12.02.2021

Bundestag bestellte neue Bilder - auch aus Augsburg

Zaven Peter Hanbeck Wortmetamorphose „Mahi – Fisch“.
Bild: Hanbeck

Claudia Roth (Grüne) hat Kunstankäufe des Deutschen Bundestags vermittelt. Arbeiten von zwei Künstlern aus Augsburg waren darunter.

Auf Vorschlag von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat der Kunstbeirat des Deutschen Bundestages beschlossen, Werke der Augsburger Künstler Max Kaminski und Zaven Peter Hanbeck sowie des Münchener Künstlers Olaf Otto Becker anzukaufen. Die Augsburger Grünen-Politikerin, selbst Mitglied des Kunstbeirats, wurde dabei von Christof Trepesch, dem Leiter der Kunstsammlungen und Museen der Stadt Augsburg, und Thomas Elsen, Leiter des H2-Zentrum für Gegenwartskunst, beraten.

In der Regel zweimal jährlich investiert der Deutsche Bundestag in den Ankauf zeitgenössischer Künstler. Mit Kunstwerken aus der Artothek des Parlaments werden Büros, Sitzungssäle und Flure ausgestattet. Der Deutsche Bundestag verfügt inzwischen über eine Sammlung mit mehr als 5000 Werken. Sie freue sich sehr, wenn nun auch Künstler aus ihrer bayerischen Heimat darin aufgenommen werden, so Roth.

Max Kaminski (1938–2019) gilt als ein bedeutender Maler des 20. Jahrhunderts. Seit 2003 lebte er in Augsburg. Sein Werk im neoexpressionistischen Stil kann in einem Atemzug mit Baselitz und Lüpertz genannt werden. Das angekaufte Bild „Blauer Kopf“ ist eine herausragende Komposition, die Picasso rezipiert, aber ein ganz eigenständiges Menschenbild entwirft. Zaven Peter Hanbeck (*1938 in Teheran) ist ein Meister der Verwandlung, seine Bilder entwickeln Sprache und Worte zu Bildern. Die von ihm geschaffenen Wortmetamorphosen sind etwas Besonderes, wie man unlängst im Schaezlerpalais sehen konnte. Daraus gelangte das Bild „Mahi – Fisch“ in den Bundestag.

Augsburgs Kulturreferent sieht die Entscheidung als wichtige Unterstützung

Olaf Otto Becker (*1959) studierte Kommunikationsdesign in Augsburg. In wundervollen Fotografien fängt er die Schönheit der Natur ein, die doch zugleich so fragil ist. Er zeigt in episch schönen Bildern, was uns zu verlieren droht, wenn Permafrostböden in Sibirien auftauen, Eisberge auf Grönland schmelzen oder Regenwälder in Malaysia unwiederbringlich zerstört werden.

Augsburgs Kulturreferent Jürgen Enninger sieht die Entscheidung des Kunstbeirats des Bundestages als „eine wichtige Unterstützung für unsere Künstlerinnen und Künstler und eine Ehre für die Kunststadt Augsburg“. Gerade jetzt brauche künstlerisches Arbeiten Wertschätzung und Sichtbarkeit dieser Art. Viele Künstler müssten seit über einem Jahr ohne Honorare leben.

Kunstsammlungschef Trepesch betont, durch die Aufnahme in die Artothek des Bundestages habe besonders Max Kaminski eine Würdigung erfahren. Ihm galt 2018 eine Retrospektive im H2-Zentrum für Gegenwartskunst. In Ausstellungen habe er auch erlebt, wie Zaven Hanbeck und Olaf Otto Becker die Betrachtenden zum Nachdenken anregen – durch Poesie und subtilen Humor. Damit ziehen Werke dreier Künstler in den Bundestag ein, die sehr gut zu einem demokratisch, diskursiven Ort passen.“

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13.02.2021

Das "Mahi-Fisch" erinnerert doch sehr an M. C. Eschers "Sky and Water I", das demgegenüber überall als Metamorphose erkannt wird, während man für Hanbecks Abklatsch doch Persisch (Mahi bedeutet Fisch) lesen und schreiben können muss, um es als Wort-Bild-Übergang zu identifizieren. Sowas gehört ins iranische Parlament und nicht in den Bundestag. Da können sie das auch lesen. Ob sie dort mit der bildlichen Darstellung eines Fisches klarkommen, ist eine andere Frage. Hier meine Antwort: darauf: ><))))*> Fisch.
Das kann in der bayrischen "Heimat" jeder mit Lederhosen und Laptop lesen.

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