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Ausstellung

21.05.2019

„Contemporallye“ schafft ein Haus der Kunst in Haunstetten

„Durchblick“ bezeichnet Ilona Herreiner ihre Holzskulptur. Im Blick ist hier eine große Leinwand-Malerei von Sebastian Lübeck.
Bild: Hans Krebs

Wieder ist ein leer stehendes Gebäude der geeignete Ort für die Ausstellung „contemporallye“.  Sebastian Lübeck hat Kunstwerke aus dem deutschsprachigen Raum zusammengetragen.

Im Rekordtempo hat Sebastian Lübeck Künstlerateliers in Wien, Leipzig, Karlsruhe, Mannheim, München, Straubing und seiner Heimatstadt Augsburg aufgesucht, um 50 Exponate für seine neue „contemporallye“ auszuwählen. Dieses Ausstellungsformat startete er 2011 in seinem damaligen Atelier in einer alten Augsburger Spenglerei. Das erstaunliche 20. Jubiläum erfolgte 2016 in der ausgeräumten Industriehalle B12 des Martiniparks, die heute Spielstätte des Staatstheaters Augsburg ist.

Auch „Kauboi &  Kaktus“ sind zu Gast

Auch die jetzige 21. „contemporallye“ hat wieder einen Ort bezogen, der eine räumliche und inspirative Herausforderung darstellt – das leer stehende Haus Nr. 25 in der Inninger Straße von Haunstetten. Es beherbergte bisher einen Frisiersalon. An der Eingangstür klebt noch ein Emblem der „Friseurinnung 2018“. Aber am Schaufenster links daneben stehen nun 16 Künstlernamen von A (Appel) bis Z (Zeilner); zuzüglich als „Gäste“ ausgewiesen sind Christian Schmiedbauer (Augsburg), dessen vier „Kauboi&Kaktus“-Karikaturen mit der Toilette vorliebnehmen, und Sebastian Lübecks kleiner Sohn Luis, der seine Kinderzeichnung „Monsterburg“ beisteuert.

Das alles besitzt Ungezwungenheit, ist frei vom Druck einer Themenausstellung, läuft auch nicht auf ein Fazit hinaus wie etwa das einer Endzeit-Mahnung der laufenden Biennale in Venedig. Mit groteskem Humor gibt Florian Fiener (Augsburg) auf Fußdruck eine Kugel frei, die lautstark auf ein rosa Schwein niedersaust. Der elektrische Auslöser befindet sich treppauf im Obergeschoss, das arme Schlachtvieh am Fuß der Treppe im Erdgeschoss. Interaktiv ist ansonsten nichts bei dieser „contemporallye“ und skulptural nur noch der Mensch aus Holz, Lehm/Stroh und Gusskeramik von Ilona Herreiner, Sara Opic und Esther Irina Pschibul (alle Augsburg) sowie das von Manfred Heller (Straubing) geschmiedete Körperfragment aus Eisen. Videokunst ist diesmal ganz ausgeblendet. Auch Fotografie lässt sich nicht blicken. Umso mehr und zum überwiegenden Teil die Leinwand-Malerei. Mit Mitteln der Konkreten Kunst arbeiten dabei Daniel Wogenstein (Karlsruhe), Benjamin Appel (Leipzig), Holger Endres (Mannheim) und Roland Rausch-meier (Wien). Erzählerische Mittel verwenden Sebastian Lübeck, Ivo Stilling (Karlsruhe), Gerlind Zeilner und Felix Malnig (beide Wien). Eine Sonderstellung behaupten szenische Papierarbeiten von Lutz Bielefeldt (Wien), plakative Agitation von Torsten Mühlach (München), verschlungene Zeichnungen von York Besser (München).

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Zwei weitere Vernissagen

Es ehrt diese „contemporallye“, dass sie von Thomas Elsen, dem Leiter des H2, eröffnet wurde. Er sparte nicht mit Lob für den Künstler-Kurator Sebastian Lübeck, für dessen kontinuierlich verfolgtes Ausstellungskonzept, das diesmal das leere Gebäude in Haunstetten zu einem „Haus der Kunst“ mit sehr homogener Atmosphäre verwandelt habe. Fast alle gezeigten Künstler sind gewissermaßen „contemporallye“-Stammkunden. Wie immer folgten der Vernissage am Freitagabend nur zwei Ausstellungstage. Die Besonderheit diesmal sind zwei weitere Eröffnungsabende mit mehrheitlich denselben Künstlern, die aber jeweils andere Arbeiten vorführen.

Zweit-Vernissage in Haunstetten (Inninger Str. 25) am 31. Mai, 19 Uhr; Öffnungstage 1. und 2. Juni, 10-17 Uhr. Dritt-Vernissage 14. Juni, 19 Uhr; Öffnungstage 15. u 16. Juni, 10-17 Uhr.

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