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Konzert

27.01.2020

Das Leopold Mozart Zentrum spielt Beethovens Klaviersonaten

Viele Zuhörer kamen ins Leopold-Mozart-Zentrum, um das erste Konzert in der Reihe „Tastenvermächtnis“ zu hören. Studenten, hier Steve Roy, spielten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven.
Foto: Oliver Wolff

Die Klaviersonaten des Komponisten haben epochale Bedeutung. Im Jubiläumsjahr führen Studenten des Leopold-Mozart-Zentrums alle 32 Stücke auf. Der Start ist grandios.

Auch wenn sich Ludwig van Beethoven bereits vor einem viertel Jahrtausend im Komponistenhimmel zu den Bachs und Mozarts dieser Welt dazugesellte, wirkt seine Musik im 21. Jahrhundert immer noch zeitlos und unvergänglich. Vor allem die Klaviersonaten sind von epochaler Bedeutung: 32 mal pure Emotion, satte Klangfarben und teilweise schwindelerregende Virtuositäten. Die Klaviersonaten galten als die Spielwiese des Komponisten. Sie sind nicht besser oder schlechter zu bewerten als die bekannten Sinfonien aus dieser Zeit. Anlässlich Beethovens 250. Geburtstags präsentieren die Klavierklassen des Leopold-Mozart-Zentrums (LMT) im Laufe dieses Jahres jene 32 Sonaten an acht Konzertabenden mit dem Titel „Tastenvermächtnis“. Bevor sich die Interpreten an die Tasten begeben, gibt es einen kleinen Exkurs über musikhistorische Zusammenhänge.

Musik, die von "Herz zu Herzen" geht

Am Sonntagabend fiel der Startschuss zur Konzertreihe im LMZ-Konzertsaal: Die Vorsätze vielversprechend, das Interesse der Zuhörerschaft überwältigend. Bevor das erste Wort gesprochen wurde, quetschten sich noch einige Zuschauer in den Saal, im Kampf um einen Stehplatz mit Sichtkontakt zur Bühne – denn die Stühle waren ohnehin schon allesamt besetzt. Wer auch ohne Sitzpolster ausharren konnte, wurde mit einem grandiosen zweistündigen Kammerkonzert belohnt und erfuhr zunächst von Prof. Johannes Hoyer vom Lehrstuhl Musikvermittlung/Konzertpädagogik, was Beethovens Klaviersonaten so einzigartig macht. „Von Herz zu Herzen“ zu gehen, sei der vom Komponisten selbst formulierte Anspruch, stellte Hoyer dar. Dadurch komme ein neuer Ton in die Musik, der das schöpferische Ich näher bringe und die Zuhörer direkt mit Schönheit und Leidenschaft anspreche. Bisherige Gesetzmäßigkeiten der klassischen Musik, wie etwa die Konvention der Sonatensätze, deute Beethoven dabei neu.

Als Erstes spielte Steve Roy die erste Klaviersonate in f-Moll, op. 2, Nr.1. Das Werk hat Beethoven seinem Lehrmeister Joseph Haydn gewidmet. Formell ist das Frühwerk noch ganz nach der alten „Wiener Schule“ gehalten, jedoch ist bereits die eigene musikalische Sprache des damals 22-jährigen Komponisten erkennbar. Den Beethoven-typischen Ausdruck trifft Student Roy prompt und meistert die Sonate überzeugend.

Sein Kommilitone Moritz Wolff wählte die B-Dur Sonate op. 22. Sie ist Beethovens 11. Klaviersonate und steht am Ende seiner ersten Schaffensperiode. Während dieser Zeit hatte der Komponist bereits an seinem ersten Klavierkonzert geschrieben. Die schnellen Läufe im Allegretto des vierten Satzes sind für Klavierstudent Wolff keine Hürden. Das Publikum honorierte seinen kräftezehrenden Einsatz mit jubelndem Applaus.

Den Höhepunkt des Abends setzte Shenglong Li mit der „Appassionata“, der bekannten Sonate op. 57 in f-Moll. Die expressiven, fast schon romantischen Stellen sind dem chinesischen Studenten wie auf den Leib geschrieben. Der choralartige zweite Satz wurde zum Gänsehautmoment.

Nächster Termin: 20. Februar, 18 Uhr, im Bechstein Centrum, Halderstraße,

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