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Schulprojekt

02.02.2021

Das Staatstheater plant ein digitales Livekonzert für Schulklassen

Auf digitalem Wege verschickt das Staatstheater Augsburg jetzt ihren Konzertkoffer. Darin enthalten sind Dirigierübungen und Bodypercussion zum Aufwärmen und dann Live-Musikerlebnisse mit theaterpädagogischer Begleitung.
Foto: Andreas Begert

Plus Aufführungen sind eingestellt, Schüler lernen zu Hause. Trotzdem findet die Theaterpädagogin Anna-Sophia Kraus einen Weg vom Staatstheater in die Klassen.

Anna-Sophia Kraus packt die Koffer. Die Theaterpädagogin aus dem Dreierteam des Staatstheaters Augsburg begibt sich digital ins Klassenzimmer, um dort live aufzutreten. Aus ihrem „Konzertkoffer digital“ wird nämlich keine vorproduzierte Konserve kommen, sondern echte, im Augenblick gemachte Musik. Gemeinsam mit einzelnen Musikern wird sie sich für jeweils eine Schulstunde in die Klassen beamen – egal ob die Kinder in einem Raum sitzen oder jedes zu Hause am Bildschirm. „Die coronabedingten Auftrittsverbote sollten kein Hindernis sein, trotzdem ein Livekonzert in der Schule zu erleben“, sagt sie.

Ein weiterer Vorteil des Konzertkoffers besteht darin, dass auch der ländliche Raum vom Staatstheater erreicht werden kann. Dank digitaler Übermittlung kann sich überall eine spontane Begegnung mit Musik ergeben. Die Theaterpädagogin verspricht eine super Tonqualität: „Wir haben uns extra neue Mikrofone besorgt.“ Von den Proben sei sie ganz begeistert gewesen, so Anna-Sophia Kraus. Auf die Premiere nächste Woche ist sie sehr gespannt.

Ein Duo mit Violine und Cello macht den Anfang

Losgehen wird es mit Violine und Cello. Das Duo wird Arien und Variationen von Beethoven spielen, gespickt mit allerlei musikalischen Techniken wie Pizzicato-Spiel, rasendem Tempo und einem Pingpong der beiden Instrumente. Die Musiker werden auch von sich erzählen, ihrem Weg zur Musik und der Beziehung zu ihrem Instrument. Die Lehrer können übrigens wählen, welche Instrumente spielen sollen, zum Beispiel auch Blechbläser. „Wir werden jede Woche andere Instrumente haben“, hat sich Kraus vorgenommen. Etwa vier Schulen sollen jede Woche besucht werden. „Wir freuen uns über viele Anfragen“, meint die Theaterfrau.

Es ist ein Konzept so ganz nach Gusto von Anna-Sophia Kraus, die mit Beginn der Spielzeit 2020/21 ans Staatstheater Augsburg kam. Sie selbst spielt Geige seit ihrer Kindheit, hat Schulmusik und Kulturmanagement an der Musikhochschule München studiert. In verschiedenen Aufgaben hat die 29-Jährige seither Erfahrungen gesammelt. Sie hat Jugendmusikfahrten und Benefizkonzerte organisiert, hat die Schultour des hr-Sinfonieorchesters begleitet, war in einer Künstleragentur tätig. Aber am liebsten sei es ihr, die eigene Begeisterung für die Musik an Kinder weiterzugeben, sagt sie.

Anna-Sophia Kraus ist Theaterpädagogin für Musik.
Foto: Andreas Begert

Zum Aufwärmen gehen dem Klassenkonzert spielerische Dirigierübungen und Bodypercussion voraus. Die Lehrkräfte erhalten auch persönliche Steckbriefe der Musiker. Darin wird etwa gefragt: Was war Ihr außergewöhnlichstes Musikerlebnis? Warum sind Sie Musiker geworden? Was ist das Besondere an Ihrem Instrument? Ältere Schüler können gern auch Informationen über den Beruf des Musikers aus erster Hand erhalten.

Das Staatstheater packt auch einen Ballett- und einen Opernkoffer

Der Konzertkoffer ist aber nur einer von drei Koffern, die die Augsburger Theaterpädagoginnen packen. In den nächsten Wochen folgen der Ballett- und der Opernkoffer. Sie benötigen jeweils zwei Schulstunden. Unter dem Motto „Aria Grande“ werden auch die Opernsängerin Anna Gottmann und ihr Pianist Andreas Begert Livemusik streamen. In ihrem Workshop nehmen sie die Schüler spielerisch mit auf eine Reise quer durch die Operngeschichte bis hin zu Popmusik und stellen die Gemeinsamkeiten zwischen den Stilen her, geht es doch meistens um große Gefühle. „Besonderen Spaß machen unsere Anregungen zum Nachmachen und Basteln“, versichert Anna-Sophia Kraus. Etwa ein Modell von den Stimmbändern. Die Sängerin wird erläutern, wie sie damit verschiedene Klangfarben erzeugt.

Im Ballettkoffer steckt „Die Winterreise“, angelehnt an Ricardo Fernandos Inszenierung in Choreografien von Paco Ruiz-Echarri Laguna und Johanna Drüszler von der Spanischen Tanzschule, als Video. Die Aufführung inspiriert zum anschließenden eigenen Tun in einem Kreativworkshop. Die beiden Tänzer zeigen dabei, welche Ausdrucksmöglichkeiten der eigene Körper hat und was wir damit alles erzählen können. Hier leitet Theaterpädagogin Nicoletta Kindermann.

Buchen lassen sich die Digitalkoffer über theaterpaedagogik@staatstheater-augsburg.de oder bei Anna-Sophia Kraus, Tel. 0170-7348708. Schulen bezahlen pauschal 30 Euro je Buchung. Begleitende Workshops zu Inszenierungen und Lehrerfortbildungen sind gratis. Gestreamt wird auf Microsoft Teams.

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