Newsticker

Länder wollen an Weihnachten und Silvester Treffen von bis zu zehn Menschen erlauben
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Feuilleton regional
  4. Deko, die die österliche Welt braucht

Bürgeraktion Textilviertel

15.02.2018

Deko, die die österliche Welt braucht

2 Bilder

Einmal im Monat sind die Textilmotten gemeinsam kreativ. Wie die von Handarbeit faszinierten Teilnehmer voneinander lernen können

Es riecht nach selbstgebackenem Kuchen und frischem Kaffee. Angeregte Gespräche erfüllen den Raum, die Atmosphäre ist gemütlich und einladend. Wie jeden Monat haben sich am vergangenen Sonntag die „Textilmotten“ erneut im museumspädagogischen Raum des Textil- und Industriemuseums „tim“ getroffen, um gemeinsam zu basteln, nähen, stricken und noch vieles mehr. Das Thema war diesmal: Pompom-Tiere.

„Wir haben uns für dieses Thema entschieden, weil bald Ostern ist. Da sind solche Bommeltiere ganz nett als Dekoration“, erklärt Petra Wagner, eine der „Ober-Motten“, die sich hauptsächlich um die Organisation der gemeinsamen Treffen kümmert. Die Themen werden gemeinsam überlegt und dann für die einzelnen Termine festgelegt. Jeder, der sich in den E-Mail-Verteiler eingetragen hat, erhält monatlich eine Mail mit der Materialliste. Gut ausgestattet sitzen nun die Teilnehmerinnen in einem Kreis, vor sich Wolle, Filz und alles, was sonst noch benötigt wird. Los geht es mit der Handarbeit: Fleißig wird Wolle um eine kreisförmige Schablone gewickelt, um anschließend den Rand aufzuschneiden. So entsteht der gewollte „Bommel-Look“. Ursula Steude, ebenfalls eine „Ober-Motte“, erklärt, dass für ein Pompom-Tier in etwa 45 bis 60 Minuten eingeplant werden – „je nachdem, wie viel wir quatschen“, fügt sie amüsiert hinzu. Es wird sich untereinander geholfen und die „Ober-Motten“ schauen ebenfalls gerne vorbei, um Tipps zu geben. „Manche kommen auch mit einem bestimmten Problem in unsere Runde und wir überlegen, wie man das dann lösen kann. Es ist ein ganz besonderer Informations- und Wissensaustausch“, so Wagner.

Dies bestätigt auch Susanna Neder aus Friedberg. Sie ist noch nicht lange bei den Textilmotten dabei, freut sich aber immer wieder über den Austausch untereinander. „Hier sind Frauen mit viel Expertise, von denen man sehr viel lernen kann“, so Neder. In ihren Händen ist jedoch kein Pompom-Tier, sondern eine schwarze Ski-Jacke. Die Themen der Treffen sind nämlich nur Vorschläge, vorrangig geht es um das gemeinsame Handwerken. Somit kann jeder das machen, was ihm gerade Spaß macht oder was aktuell noch erledigt werden muss – bei Neder ist es der Ärmel des Ski-Anoraks, den sie näht. „Wir machen auch nicht nur Sachen, die die Welt nicht unbedingt braucht“, erklärt sie und zeigt stolz ihre selbst genähten Mokkasins. Ein Handarbeitsprojekt, das viel Geschick erfordert, doch dank der Unterstützung innerhalb der Gruppe gut zu meistern ist. „Außerdem hat man durch die monatlichen Treffen eine Motivation, einen Anreiz, mit seinen Projekten auch weiterzukommen“, fügt Steude lachend hinzu. Verpflichtend sei das Ganze jedoch nicht, jeder kann kostenfrei teilnehmen. Wagner ergänzt: „Wir sind eine nette Truppe und freuen uns immer über neue Gesichter.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren