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Kinderstück

10.02.2020

Der schaurige Schusch ist eigentlich ganz nett

Mit vielen Details führt Puppenspieler Maik Evers das Publikum in die Welt des Dogglspitz.
Bild: Mercan Fröhlich

Plus Vorurteile sind dumm. Davon erzählt Maik Evers im Jungen Theater in einer fantasiereichen Aufführung nicht nur für Kinder.

Nicht selten urteilen wir nur nach dem, was wir von anderen gehört haben. Dass dies nicht schlau ist und manchmal sogar gravierende Folgen haben kann, davon erzählt die jüngste Produktion des Jungen Theaters Augsburg. Es handelt sich hierbei um die Geschichte „Der schaurige Schusch“, die Maik Evers mit sehr viel Fantasie eingerichtet und als Ein-Personen-Stück mit Puppen inszeniert hat.

Eine alte Holztruhe wird zur belebten Bergwelt

Gedacht ist das Stück für Kinder ab sechs Jahren. Aber auch Erwachsene können mit dieser Inszenierung begeistert werden. Von der ersten Minute an nimmt Evers sein Publikum in die imaginierte Welt des Theaterspiels mit. Dies liegt an der großen Liebe zum Detail, die Solodarsteller Evers in seine Ausstattung gesteckt hat. Das einzige Requisit, das sich zunächst als alte Holztruhe präsentiert, wandelt sich mehr und mehr in eine belebte Bergwelt samt Schlagzeug und Piano.

Hoch oben auf dem Dogglspitz hausen Murmeltier und Hase, Huhn, Gämse und Hirsch. Eine Behausung war bislang leer. In eben diese zieht nun besagter schauriger Schusch. Schaurig ist er deshalb, da er wahrscheinlich am liebsten Hasenbraten frisst und sicherlich nach nassem Hund stinkt. So zumindest hätte jemand erzählt, der dies wiederum von jemandem gehört hatte, erfahren die Zuschauer. Schon bricht Panik unter den Tieren aus. Einzig der Party-Hase bleibt cool und freut sich auf die Einweihungsfeier beim Schusch. Kurzerhand erklärt er die gesamte Bergspitze zur Partyzone. Doch außer dem Hasen traut sich keiner in die Höhle des Schusch. Bis sie sich endlich alle eher zufällig begegnen und es schließlich schaffen, ihre Angst zu überwinden. Nun stellen die alten Bergbewohner auch fest, dass der Fremde, der Schusch, gar nicht schaurig ist und auch nicht nach altem Hund stinkt.

Diese Geschichte zur Überwindung von Fremdenangst benötigt keine erhobenen Zeigefinger. Das liegt auch an der Art, wie Evers erzählt und seine Figuren agieren lässt. Das Publikum folgt Evers von der ersten bis zu letzten Minute, denn immer wieder gibt es neues zu entdecken, das der Bergwelt des Doggelspitz Atmosphäre verleiht. Die Tiere sind Handpuppen, die allesamt unverwechselbare, amüsante Charaktereigenschaften besitzen. Zur Premiere des Jungen Theaters war auch Autorin Charlotte Habersack angereist, die mit ihrem Kinderbuch die Vorlage für die Inszenierung geliefert hatte. Sie war, wie die Kinder auch, begeistert von Evers fantasiereicher Umsetzung.

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