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Ausstellung

23.09.2020

Die Kunstausstellung „Schwabillu" lässt Kreativität sprießen

Illustration in ihrer ganzen Bandbreite zeigt die Ausstellung „Schwabillu“ – mit dabei auch Arbeiten von Alice Schöndorfer.

Illustrationen sprechen ihre eigene Sprache und machen Probleme sichtbar. Die Schau „Schwabillu“ mit Werken von 35 Künstlern fächert das Genre breit auf.

Sie sehen bizarr und fremdartig aus. Und doch wirken sie auf den zweiten Blick seltsam vertraut. Die bunt schillernden Kreaturen, die aus ihrem Rahmen auf die Besucher blicken, sind eine Kreuzung. Ein Insekt, vereint im Körper eines winzigen Drachen. Die Illustrationen von Alina Brost laden dazu ein, eine fantastische Welt zu entdecken, die unserer zum verwechseln ähnlich ist.

Bei der Austellung „Schwabillu" gibt es spannende Geschichten ohne Worte

Mal witzig, mal provokant, mal sachlich: Illustrationen haben viele Gesichter. Das zeigen die 35 schwäbischen Künstler, die in der Ausstellung „Schwabillu“ noch bis zum 25. Oktober im Glaspalast ihre Werke präsentieren. Egal, ob Comicbilder, Kinderbuchillustrationen, Werbung, Druck oder Plakat – trotz Unterschieden in Stil und Technik erzählen sie überwiegend ohne Worte eine ganz eigene und spannende Geschichte. Dabei stehen sie für sich und vermitteln ohne großes Aufsehen eine klare Botschaft. Von Tusche-Zeichnungen über Bleistift-Skizzen bis hin zu digitalen Animationen – sie alle versuchen auf ihre Weise, die Welt ein kleines bisschen verständlicher zu machen. So auch die kleinen Insekten im Drachengewand. Die faszinierenden Formen und leuchtende Farben nehmen spielerisch den Schrecken der Insektenwelt. Entstanden sind Brosts Zeichnungen im Rahmen der „Smaugust-Challenge 2018“, bei der jeden Tag im August ein neuer Drache entworfen werden sollte. Inzwischen sind alle 31 Krabbeltiere Teil eines illustrierten Kompendiums.

"Kasio" von Ida Lutzenberger.
Bild: Schwabillu

In den Räumen der ehemaligen Staatsgalerie sind auch die Illustrationen von Ida Lutzenberger zu finden. Von winzig klein bis riesig groß: Trotz ihrer schrillen Farben ziehen die Holzschnittdrucke an den Wänden die Blicke unaufgeregt auf sich. Als sie vom Projekt des Netzwerkverbunds „Illustratoren Augsburg“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Augsburg erfuhr, zögerte sie nicht lange und reichte ihr Portfolio ein. Gesellschaftskritisch und plakativ sollen ihre Werke sein. Besonders am Herzen liegt der 23-jährigen Kunstpädagogikstudentin das Thema Feminismus. Auf die Frage nach den gesellschaftlichen Normen sollen auch die fünf Drucke unter dem Namen „Scary Hairy“ aufmerksam machen. Die Serie, sagt Lutzenberger, solle die unterschiedlichen Aspekte von Körperbehaarung analysieren. In ihrer Arbeit stellte sich die Studentin die Frage, wo ein Härchen sprießen darf und wo nicht.

Als flauschiges Katzenfell gefallen sie uns, an den Beinen einer Frau dagegen will sie keiner haben. Den politischen, religiösen und gesellschaftlichen Gründen dahinter gehen Lutzenbergers Illustrationen auf die Spur.

Ein Künstler präsentiert das Coronavirus als Abrissbirne

Wer Schwierigkeiten hat, seinem Gegenüber etwas mitzuteilen, wird bei den Illustrationen von Katharina Netolitzky fündig. „Sag’s durch die Blume“, lautet der Titel ihrer bunt gemischten Serie. Dazu hat die Künstlerin jeden Tag, einen ganzen Monat lang, eine andere verrückte Pflanze entworfen: So ist „Der Luftikus Kürbis“, „Das Bücherwurmbäumchen“ und „Die Pastellige Wollwistiria“ entstanden.

Farben sucht man bei Beatrice Schmucker vergebens. Die freischaffende Grafik-Designerin setzt in ihren Werken auf Rohrfederzeichnungen mit Tusche. Spritzig und emotional präsentiert sie so beispielsweise das Coronavirus in Form einer Abrissbirne.

Bei der Ausstellung gibt es etablierte Künstler und auch Hobbyillustratoren

Bild: Schwabillu

Ein ganzes Feuerwerk eröffnet dagegen Lisa Frühbeis. Entstanden sind ihre Arbeiten während eines Aufenthalts in Kanada. Mit knalliger Acryltinte und Tusche hat die 33-Jährige das Leuchten der Natur in den Herbstmonaten eingefangen. Realität und Imagination gehen im Meer der Farben ineinander über. Die Gewinnerin des Max und Moriz-Preises versucht in ihren Werken auch die Interaktion des Menschen mit der Natur darzustellen.

Halbe Sachen vollständig zu machen und das große Ganze zerlegen, möchte Eva Krusche mit ihren Malereien und Illustrationen. Abstrakt, bunt – auf Leinwand, Holz und Papier zerlegt sie Gesichter auf spielerische Art. Die gibt es auch bei Gymnasiast Levi Jähn, der bekannte und unbekannte Menschen aus ihrem Leben mit einem Faserstift auf Papier bringt.

Ebenso vielseitig und abwechslungsreich wie die verschiedenen Techniken und Stile der Illustrationen sind auch die Aussteller. Neben etablierten Künstlern sind auch viele Hobbyillustratoren bei der „Schwabillu“ vertreten.

Die Ausstellung ist bis 25. Oktober im Glaspalast Augsburg zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

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