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Augsburger Volkstheater

15.11.2018

Die Zimmerpflanze und die nackte Frau

Erklärungsnot: Warum darf Max’ Frau Gabi (Andreas und Sabine Stocker) das Bild nicht sehen? Es ist doch nur eine Pflanze abgebildet, oder?
Bild: Annette Zoepf

„Ficus fatale“ bringt Hobbymaler Max in Bedrängnis. Die Gags kommen im Ensemble zielsicher und auf den Punkt

Die Ehe ist eine eigenartige Einrichtung. Obwohl Mann und Frau fest miteinander verbunden sein sollten, haben sie doch oft ihre kleinen Geheimnisse voreinander – jedenfalls auf der Bühne, in Komödien wie „Ficus fatale“, die das Augsburger Volkstheater in diesem Herbst zeigt. Und bei der Enthüllung dieser Geheimnisse drohen dann auch gerne mittlere Katastrophen.

Hobbymaler Max (Andreas Stocker) empfängt neuerdings jeden Samstag das junge, hübsche Model Valerie (Natalie Lipp), um sie zusammen mit einer Zimmerpflanze nackt auf die Leinwand zu bannen. Ehefrau Gabi (Sabine Stocker) darf davon nichts wissen – sie ist samstags mit zwei Freundinnen beim Kartenspielen. Aber nicht heute. Da will sie mit Thea (Ingrid Stocker) und Gerda (Claudia Weber) zu Hause Kaffee trinken. Max muss daher Valerie – zum Glück noch vollständig bekleidet – schleunigst verstecken.

Die Kaffeerunde ahnt nichts von der vierten Frau im Raum, aber schließlich hat es Valerie satt, hinter dem Wohnzimmersofa in Deckung bleiben zu müssen. Und dann kommen Gabi, Thea und Gerda nach und nach Max auf die Schliche, wobei Thea immer das Schlimmste befürchtet und sarkastische Kommentare abgibt, Gerda dagegen von der Welt der Kunstmalerei sichtlich fasziniert ist. Wie peinlich Max das alles ist, bringt Andreas Stocker sehr amüsant zum Ausdruck. Valerie stellt freilich klar: „Aktmodell ist ein ganz normaler Job, und Anfassen gibt’s nicht!“

Das Versteckspiel, Ausreden und Missverständnisse – das alles zieht sich mitunter etwas. Die entscheidenden Gags spielt das Ensemble jedoch stets zielsicher und punktgenau aus. Das zeigt sich auch am wiederholten Gelächter im Publikum. Zum Schluss wird sogar klar, dass nicht nur Max seiner Gabi etwas zu beichten hat, sondern auch umgekehrt. Das Publikum spendete bei der Premiere viel Applaus. Zu den Darstellern zählen auch Clemens Krieg als Galerist und Sonja Heumos als Blumenhändlerin und Lieferantin der – offiziellen – Bildmotive. Inspizient ist Pirmin Kohler.

Das Volkstheater geht auf den 1922 gegründeten Theaterverein Othello zurück. Seit 1968 wird im Pfarrsaal von St. Max gespielt, wobei hier bei den Aufführungen auch gegessen und getrunken werden kann.

Laut Tatjana Stocker spielt die Truppe ein breit gefächertes Repertoire bis hin zu nachdenklichen Stücken. Sie betont jedoch, dass das Publikum in der Regel anspruchslose, zum Lachen reizende Unterhaltung wünscht. Das Volkstheater hat da mit „Ficus fatale“ auf jeden Fall ins Schwarze getroffen.

Komödie ist noch einmal am Samstag, 17. November, um 19.30 Uhr in St. Max zu sehen. Karten sind bei Familie Heumos unter Tel. 3286075 oder per Mail kartenbestellung@augsburger-volkstheater.de erhältlich.

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