Newsticker
Merkel kann mit Scholz im Kanzleramt "ruhig schlafen"
22.06.2019

Dienender Geist für die Musik

Hans-Martin Kemmether

Zum Tod von Hans-Martin Kemmether

Er war eine wirkliche Augsburger Größe der Beständigkeit. Er setzte sich über Jahrzehnte hinweg konzentriert nicht nur für sakrale, sondern auch für unterrepräsentierte weltliche Musik im Kirchenraum ein. Er hatte sich vorgenommen, mit langem Atem, unbeirrbar, fachkundig und beschlagen das Orgel-Kernrepertoire, den Repertoire-Rand und, fast am liebsten, das Unbekannte und zu Unrecht Vernachlässigte dem Konzerthörer nahezubringen. Dafür grub er auch in Archiven, und so wurde er zu einem wahrhaft dienenden Geist für die Musik, der sein Metier beherrschte – und den vielleicht gerade deswegen Bescheidenheit auszeichnete. Eine Instanz.

Nun aber ist Hans-Martin Kemmether ein halbes Jahrhundert, nachdem er sein Dekanatskantorenamt in St. Paul, Pfersee, angetreten hatte, gestorben. Mit seiner Frau Renate, Kirchenmusikerin der Barfüßerkirche, wo Hans-Martin Kemmether viele, viele hunderte Mal die „Barfüßer Abendmusik“ erklingen ließ, trauern nun nicht nur die Chöre von St. Paul und die der Barfüßerkirche.

Geboren 1943 nahe Heidenheim, hatte Hans-Martin Kemmether sein Kirchenmusik-Studium in Bayreuth und Stuttgart/Esslingen mit der A-Prüfung beschlossen. In seinem Inneren fühlte er sich zudem geistes- und seelenverwandt mit dem Münchner Dirigenten und Komponisten Sergiu Celibidache, für den er einst auch arbeitete. Und: Eigene Musik schrieb Kemmether nur unter Pseudonym – so, wie er von sich keine Fotos in der Öffentlichkeit sehen wollte.

Ein Könner ohne Eitelkeit.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.