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Bundes-Notbremse in Kraft – Inzidenz steigt

Stadthalle Gersthofen

19.01.2020

Ein Kriminalstück zum Schmunzeln

Mona Freiberg als Hausmädchen Ernestine (rechts).
Foto: Andreas Lode

Plus Das Chiemgauer Volkstheater unterhielt mit „Ernis heißer Spur“ in Gersthofen. Der Krimi überzeugt mit seinem klassischen komödiantischen Versteckspiel.

Die Farbe ist noch frisch am Bild von Paul Gaugin über dem Sofa der adeligen Astrid von Wanzenried. „Verdächtig!“, meint ihr Hausmädchen Ernestine. Befindet man sich im Wohnzimmer der durch Kunstraub berüchtigten Tiger-Lilly? So der Plot des Stücks „Ernis heiße Spur“, das das Chiemgauer Volkstheater als regelmäßiger Gast diesmal in die gut besetzte Stadthalle Gersthofen mitgebracht hatte.

Mit Spürnase Ernestine, stark in dieser Hauptrolle Mona Freiberg, erfreute sich das Publikum zwei Stunden lang an der Lösung des vergnüglichen Kriminalfalls. Das Stück stammt aus der Feder von Hans Gmür, die bairische Bearbeitung von Wigg Wimmer.

Das Chiemgauer Volkstheater weiß, wie Komödie funktioniert, sowohl im Fernsehen, als auch auf der Bühne. 2018 wurde sein letztes Stück vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet. Der BR hatte dem beliebten Theater, mit dem es regelmäßig auf Sendung ging, nach 23 Jahren die Zusammenarbeit gekündigt. Der Abend in Gersthofen zeigte, dass das Chiemgauer Volkstheater, jetzt vor allem als Tourneebühne unterwegs, sein Publikum weiterhin auf seiner Seite hat.

Das Stück lebt von seinen überzeichneten Typen

Klassisch komödiantisch das Versteckspiel: Die adelige Astrid, treffend überkandidelt von Michaela Heigenhauser gespielt, tappt scheinbar ahnungslos in die von Ernestine ausgelegte Falle und plappert munter, abgehört von einer in einer Tischdeko versteckten Wanze, von ihrem Coup. Ein vermeintlicher Kunstkenner (Rupert Pointvogel) ist bereit, eine Million für den Gauguin locker zu machen und stellt sich bald als polizeilicher Lockvogel heraus.

Polizist Grimm (Andreas Kern) ist im Moment der Geldübergabe natürlich nicht da. Es werden Pläne geschmiedet, von denen die einen wissen, die anderen nicht, und das Publikum weiß immer ein bisschen mehr und ist doch überrascht über die Wendung am Schluss.

Dieses Stück lebt von seinen überzeichneten Typen, die alle Darsteller gekonnt ausspielten – bis hin zum drolligen Polizeigehilfen Zeiserl (Rudi Unterkircher). Köstlich absurde Szenen wie die, in der Ernestine sich in perfekter Anglermontur aufmacht, um mit dem Nudelsieb Goldfische aus dem Gartenteich zu angeln, oder der irrwitzige Einfall, einen Jodler als unauffälligen Lockruf für den Polizeizugriff zu wählen. Zum Schluss kam’s zu einem Showdown mit Pistolengefuchtel, einem gefesselten Polizisten und einer unkonventionellen Lösung. „Schön war’s!“, war beim Hinausgehen von Zuschauern zu hören.

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