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Kino

10.09.2018

Ein Riecher für eine gute Geschichte

Das Publikum überwiegend jung, die Stimmung gut: Im Cinemaxx gibt es zur Filmvorführung von „Das schönste Mädchen der Welt“ auch noch einen Live-Auftritt dazu. <b>Foto: Annette Zoepf</b>
Bild: Annette Zoepf

Regisseur Aron Lehmann und seine Darsteller präsentieren „Das schönste Mädchen der Welt“ im Cinemaxx

Die sympathische Botschaft, dass Talent, Charakter und die viel zitierten inneren Werte auch unter Jugendlichen letztlich mehr zählen als der schöne Schein, wird im Film „Das schönste Mädchen der Welt“ vermittelt. Die unterhaltsame Teenager-Komödie, die auch die dramatischen Aspekte einer aussichtslos anmutenden (ersten) Liebe zur Geltung bringt, stellte Regisseur Aron Lehmann im Cinemaxx vor. Mitgebracht in den – überwiegend, aber nicht ausschließlich mit jugendlichen Besuchern – voll besetzten Saal hatte er nicht nur seine beiden überzeugenden Hauptakteure Aaron Hilmer und Luna Wedler, sondern mit Jonas Ems, Hussein Eliraqui und Anselm Bresgott drei weitere Darsteller, die im Film markante Rollen spielen.

„Das schönste Mädchen der Welt“, eine gelungene Übertragung des von Edmond Rostand 1897 geschriebenen und (mit Gérard Depardieu) 1990 erfolgreich verfilmten Versdramas „Cyrano de Bergerac“ in die von Handy und Selfie, von Hip-Hop-Beats und Rapper-Duellen geprägte Gegenwart heutiger Jugendlicher, kommt auch beim Augsburger Publikum gut an. Viel Applaus gibt es nach dem Film für den Regisseur und seine jungen Darsteller, vor allem für Aaron Hilmer und dessen einfühlsames Porträt des intelligenten, aber wegen seiner überdimensionierten Nase benachteiligten Cyril, der schlussendlich und verdientermaßen doch das Herz der umschwärmten Roxy (Luna Wedler) für sich gewinnt. „Es hat ungefähr eine Stunde gedauert, bis die künstliche Nase angeklebt war“, teilt der 19-Jährige dem Publikum mit. „Ich habe vorher Cello gespielt und erst für den Film das Rappen gelernt.“ Dass sich nicht nur Cyril im Film ins Herz der Angebeteten rappen kann, sondern auch sein Interpret das jugendliche Publikum singend für sich einzunehmen versteht, zeigt Aaron Hilmer beim Live-Auftritt mit Tour-Band. Zur Freude der Besucher gibt er einige der Filmsongs, etwa „Immer wenn wir uns seh’n“, zum Besten.

„Wir hatten 34 Drehtage“, teilt der im Ries aufgewachsene Regisseur mit. „Lars Kraume, der mit Judy Horney für das Drehbuch verantwortlich war, hat eine stimmige Geschichte geschrieben“, so Aron Lehmann. „Die Idee, das Ganze dann ins Hip-Hop-Milieu zu übertragen, kam von mir. Wir haben Cyril mit einer zusätzlichen Portion Heldenmut ausgestattet und Wert auf eine passende, glaubwürdige Jugendsprache gelegt.“ Dass der Film so flott und temporeich wirke, sei auch das Verdienst von Kamera (Andreas Berger) und Schnitt (Ana de Mier y Ortuno). Mit Anke Engelke, die Cyrils – ebenfalls großnäsige – Mutter verkörpert, mit Heike Makatsch (als Lehrerin) und mit den Jungdarstellern „war es ein schöner, toller Dreh“, betont Lehmann, der hofft, „dass sich die Jugendlichen diese beeindruckende Frische bewahren“.

Dem Youtuber Jonas Ems, der im Film als Möchtegern-Aufreißer Benno zu sehen ist, „hat es großen Spaß gemacht, so etwas zu spielen, weil man da ganz schön viel an Emotion rauslassen kann“. Und Hussein Eliraqui, der den Cem gibt, betont, „dass zwischen Jonas und mir seit dem Dreh eine bis heute dauernde Freundschaft entstanden ist“. Auch das kann ein Beleg sein für den offensichtlich sehr harmonischen Verlauf der Dreharbeiten zu diesem starken Teenager-Film, der den richtigen Riecher für eine Geschichte hat, die zwar alt ist, aber auch heute gut funktioniert, zumal wenn sie so frisch und flott erzählt wird wie hier.

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