Konzert

10.09.2018

Ein hypnotischer Klangteppich

Payambó präsentierten im Grandhotel ihre Musik, in der sich südamerikanische, karibische und afrikanische Klänge vermischen. <b>Foto: Wolfgang Diekamp</b>
Bild: Wolfgang Diekamp

Payambó aus Kolumbien packen ihr Publikum im Grandhotel Cosmopolis

Es wird einem angst und bange um die Tambora. Mit voller Wucht prügelt Charlie Murcia mit zwei Schlagstöcken auf die Trommel ein. An einer Stelle ist das Fell darum schon geklebt. Dabei sieht das gute Stück aus, als wäre es ein altes rares Sammlungsstück aus einem Völkerkundemuseum. So sehr die Tambora ein Hingucker ist, sie hat eine andere Aufgabe: Die Zuhörer im Grandhotel Cosmopolis vorantreiben mit rasanten Rhythmen.

Die Musiker der kolumbianischen Band Payambó versprechen dem Publikum, dass es an diesem Abend eine besondere Erfahrung machen wird. Es ist eine musikalische Reise an eine Küste, wo sich südamerikanische, karibische und afrikanische Tänze vermischt haben. Die Band greift dieses Erbe auch optisch auf. Sänger Charlie Murcia trägt eine Fantasie-Tracht, zu der beispielsweise Bast-Schulterklappen gehören. Doch der Band aus Bogotá geht es um mehr als um Folklore. Sie trägt die musikalische Botschaft ihrer Vorfahren quicklebendig in die Gegenwart. Zwischendurch klingt es schon mal kurz traditionell, wenn Vogelstimmen im Dschungel imitiert werden oder die Atlantik-Brandung heranrollt.

Doch von der ersten Minute an, zeigen die Kolumbianer, was musikalisch Sache ist. Kräftiger klarer Gitarrensound kündigt an: Hier wird gerockt. Und manchmal geht die Musik-Fusion mit dem Sänger mit der Rastafrisur in Richtung Dub.

Die Stärke von Payambó ist die Rhythmusgruppe, die zu dritt die Hälfte der Band stellt. Tambora, weitere traditionelle Schlaginstrumente und Schlagzeug erzeugen einen hypnotischen Klangteppich, auf dem jeder gerne mit abhebt. Bald tanzen alle im vollen Keller des Grandhotels – teilweise auch die Bandmitglieder im Publikum. Zwischendurch gibt es ein paar langsamere Songs zum Durchschnaufen. Doch dann geht die kolumbianische Fiesta weiter, bis die Bandmitglieder am Ende verschwitzt und erschöpft zu Boden sinken. Auftrag erfüllt: Kolumbianer waren an diesem Abend in der Minderzahl, doch ihr Rhythmus hat alle gepackt.

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