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Konzerte

24.07.2020

Girisha Fernando möchte mit Musik Grenzen überwinden

Im zehnten Jahr kuratiert Girisha Fernando das Festival der Kulturen.
Bild: Michael Hochgemuth

Als künstlerischer Leiter des Festivals der Kulturen ist es Girisha Fernando ein Anliegen, verschiedene Stile und künstlerische Welten zusammenbringen.

Während sich Ende Februar die gut 1000 Besucher der Brechtnacht im Kongress noch ganz unbedarft von The Notwist hypnotisieren ließen, keimte in Kurator Girisha Fernando schon „eine ganz kleine Angst“ vor den Folgen des Virus, die wenig später tatsächlich über die Welt hereinbrechen sollten. In seiner Funktion als Kopf und Seele, offizieller gesprochen als künstlerischer Leiter des Festivals der Kulturen im Rahmen des Hohen Augsburger Friedensfestes, wuchs die Sorge um sein Herzensprojekt.

Die Weltmusik war schon immer ein fester Bestandteil von Fernandos Sozialisation, schon in jungen Jahren reiste er mit Kassettenrekorder und Mikrofon durch die Welt, um Musik zu entdecken, die in der westlich geprägten Popkultur so nicht stattfindet. „Crossing borders with music“ ist das Leitmotiv des Festivals, die Überwindung von Grenzen findet auf zwei Ebenen der Begegnung statt. Einmal zwischen Künstler und Publikum, einmal innerhalb der Bürger der Stadt.

In diesem Jahr gibt es drei Konzerte des Festivals der Kulturen

Für Fernando ist es eine Mission, den Menschen unbekannte Musik aus allen Ecken der Welt näherzubringen. Und den Bürgern untereinander Begegnung zu ermöglichen: „Wenn ich sehe, wie gemischt das Publikum des Festivals ist, macht mich das glücklich – es vereint verschiedene Szenen, Altersstufen und die Communities der Stadt.“ Dass sich die italienische Großfamilie mit der alevitische Gemeinde und dem Altlechhauser vor der Bühne in den Armen liegen, wird dieses Jahr nicht möglich sein. Doch drei Konzerte im Annahof gibt es trotzdem: Das Harrycane Orchestra lässt arabische Harmonien mit Jazz verschmelzen (24. Juli), Juli Wang Li erschafft mit seiner Maultrommel spirituelle, technoide Meditationen (25. Juli) und der Gankino Circus spielt launige bayerische Folklore mit Balkan im Blut (15. August).

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Dazu wird jede freie Minute in die Vorbereitungen für 2021 gesteckt. Das erhascht das Publikum dank der kleinen Videodokumentationen auf der Festivalhomepage – faszinierende Einblicke in die Entstehung des Programms für nächstes Jahr: Arrangeur und Tastenhexer Tom Jahn erarbeitet mit dem Streichensemble der Augsburger Philharmoniker die komplexen Rhythmen der gälischen Sängerin Mercedes Peon und die Band Ak Dan Gwang Chil grüßt aus Südkorea mit ihrer Version von John Lennons Instant Karma.

Wie sehr Fernandos Leidenschaft auch im zehnten Jahr seiner künstlerischen Leitung brennt, verrät das Leuchten in seinen Augen bei der Ankündigung des Konzerts am 6. August auf der Freilichtbühne: Die polnischen Sängerin Karolin Cicha spielt mit den Streichern der Philharmoniker tartarischen Neo-Folk, nachdem Jazzpianolegende Tim Allhoff mit der 18-jährigen Augsburger Sängerin Aylin Yildirim alevitisch-kurdische Dichtung vertont. Mit diesem Konzert bringt Girisha Fernando die Quintessenz des Festivals an einem Abend auf eine Bühne: Es verbindet die verschiedenen Welten der Musik, es bringt Menschen aus verschiedenen Ländern und aus dieser Stadt zusammen. Das Virus stört zwar das Festival, die Idee dahinter zerstört es aber nicht.

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