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Familienkonzert

09.12.2019

„Hänsel und Gretel“, ein Bilderbuch mit Musik

Illustrationen von Ursula Frerich begleiteten das Konzert.
Bild: Katharina Hauf

„Hänsel und Gretel“ für Kinder bezaubert mit Musik und Bildern. Ursula Frerich hat sie extra für das Familienkonzert am Staatstheater gezeichnet.

Ein reizendes musikalisches Bilderbuch brachten die Augsburger Philharmoniker bei ihrem Familienkonzert diesmal auf die Museumsbühne von MAN. Erzählt wurde Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel & Gretel, von Hans-Joachim Drechsler für Blechbläser arrangiert. Ein kleines Ensemble – zum Teil Mitglieder der Augsburger Philharmoniker – entführte die kleinen und großen Zuhörer in die Welt dieses Märchens. Das Besondere dabei: die an eine Leinwand geworfenen Illustrationen der Grafikdesignerin und Künstlerin Ursula Frerich, die eigens für dieses Familienkonzert entstanden sind. Der Erzähler Matthias Ubert las das Märchen dazu.

Musik, Text und Bilder gingen dabei eine wunderbare Einheit ein. Die Melodien aus der Märchenoper, der „Abendsegen“, das „Brüderchen, komm tanz’ mit mir“ oder „Ein Männlein steht im Walde“ kamen von den Bläsern leicht und fröhlich daher. Sie zeugten von der kindlichen Unbeschwertheit von Hänsel und Gretel, die trotz bitterer Armut Freude am Springen und Tanzen haben und beim Beerensammeln im Wald die Zeit vergessen. Eindringlich in die Musik übersetzt war das Rauschen des Windes in den Bäumen, das Irrlichtern und ein entferntes Grollen und Grummeln der Nacht, die die Kinder im Wald verbringen.

Bezaubernd war die Bilderserie zur Musik, der Illustration eines Kinderbuches nachempfunden, aber durch die besondere Technik, das Ineinander von Fotografien und Illustrationen, besonders raffiniert. Keinen Tannenwald, in dem sich die Kinder verirren, sondern einen Blick in die herbstgoldenen Laubwald-Baumkronen hat die Künstlerin in einigen Szenen als Hintergrund für die beiden gezeichneten Kinderfiguren gewählt. Ein paar Motive später legt sie die winterlichen kahlen Zweige, an denen noch vereinzelt Blätter und Zapfen hängen, dahinter. Wunderschön gestaltet war der Zaun des Hexenhäuschens, nicht wie im Märchen aus Lebkuchen, sondern aus Schaumzucker-Latten, gekrönt von je einer bunten Schokolinse, darunter Gummibärchen. Kein Wunder, dass sich die beiden Geschwister verlocken lassen, davon zu naschen und somit in den Bannkreis der Hexe kommen. Bedrohlich, immer größer werdend, stellt die Künstlerin diese Hexe dar, dabei aber für die Kinder immer noch einen Rest Hoffnung bewahrend, dass es einen Ausweg gibt. Immer wieder arbeitet die Künstlerin mit einer Art von Schablonen, die Verzauberung und Verwandlung darstellen: Da sieht man etwa die Kinderfiguren plötzlich nur noch als schwarze oder weiße Flächen. Ähnlich einem Scherenschnitt sind nur noch ihre Konturen belassen. Zum Schluss bekommen die Schaumzucker-Zaunlatten lustige Gesichter, es sind die der vom Hexenzauber erlösten und zurückverwandelten Kinder.

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