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Kulturpolitik

28.04.2020

Hilferuf der Künstler zeigt eine erste Wirkung

Kulturschaffende in Augsburg hoffen, dass bald wieder „Show Time“ ist und erste Veranstaltungsformen – etwa unter freiem Himmel wie hier im vergangenen Jahr bei La Strada möglich werden.
Bild: Bernd Hohlen

Plus Die künftige Bürgermeisterin Eva Weber reagiert auf das Notsignal Augsburger Kulturschaffender und erläutert, wie die Stadt in der Corona-Krise hilft.

Auf das kulturelle Notsignal, das Augsburger Kulturschaffende jüngst ausgesendet haben (wir berichteten), ist schnell ein erstes Gespräch gefolgt. Augsburgs künftige Oberbürgermeisterin Eva Weber hat rund 20 Kulturschaffende aus Augsburg in den Sitzungssaal des Rathauses geladen, um über die Kulturpolitik in der Corona-Krise zu sprechen. Und sie macht klar, dass die Kulturpolitik bis zur Besetzung des Referats „Chefsache“ sei, nämlich von ihr übernommen werde. Als Ansprechpartner benennt sie im Kulturreferat (Stefan Schleifer) und Kulturamt (die Leiterin Elke Seidel).

Von den gut anderthalb Stunden, die die Aussprache gedauert hat, nahm das den kürzesten Teil ein, wie Weber sagt. Thema des Gesprächs war nicht, wie es künftig organisatorisch in Augsburgs Kulturpolitik weitergeht, sondern welchen Beitrag die Kulturpolitik in der Corona-Zeit leistet. „Die Stadt hilft den Kulturschaffenden bereits“, sagt Weber. Die Betriebskostenzuschüsse für die freien Theater, aber auch für die Clubszene werden weiter ausbezahlt, auch wenn keine Veranstaltungen stattfinden. „Der Kulturetat für dieses Jahr wird nicht gekürzt“, sagt Weber.

Welche Möglichkeiten kann es in Zukunft geben

Zusagen, ab wann öffentliche Veranstaltungen wieder stattfinden können, hatte Weber nicht machen können. „Das entscheidet der Freistaat“, sagt sie. Aber die Kulturschaffenden und die künftige Oberbürgermeisterin tauschten sich darüber aus, welche Möglichkeiten es in näherer Zukunft geben kann, wenn die Ausgangsbeschränkungen weiter gelockert werden – etwa unter freiem Himmel. In anderen Städten gäbe es Initiativen für einen Veranstaltungstruck, der als Bühne dienen solle. Versprochen und beschlossen wurde im Rahmen dieses Austauschs aber nichts.

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Von einem konstruktiven Gespräch berichtet hinterher Sebastian Seidel, der Leiter des Sensemble Theaters, der zu den rund zwanzig eingeladenen Kulturschaffenden, darunter Staatsintendant André Bücker, Ute Legner von Mehr Musik!, Peter Bommas vom Kulturpark West, gehörte. Klar wurde zum Beispiel, dass die Stadt Augsburg nicht wisse, wie es weiter gehe und in welcher Form erste Veranstaltungen wieder aussehen können. Positiv hebt Seidel hervor, dass die Betriebskostenzuschüsse weiter gezahlt werden und auch die anderen Mittel im Kulturetat bleiben. „Unsere Forderungen nach einem Corona-Sofort-Hilfepakt wurden erfüllt“, sagt Seidel.

Für Korbinian Grabmeier, Vorsitzender des Kulturbeirats, ist ein Anfang gemacht. „Die Existenzängste bei den Kulturschaffenden sind groß“, sagt er. Ein Signal für einen Notfall-Fond für betroffene Kulturschaffende konnte er in dem Gespräch nicht ausmachen. Positiv sei, dass der Kulturetat nicht gekürzt werden solle, auch wenn jetzt einzelne Veranstaltungen Corona-bedingt ausfallen. Sein Vorschlag, wie mit frei werdenden Mitteln nun umgegangen werden kann: „Erstens Auftragswerke zu vergeben, zweitens die Projektförderung zu vereinfachen und kleine Veranstaltungen miteinbeziehen, drittens als Übergangslösung städtische Räume mietfrei zu Verfügung zu stellen, damit Abstandsregeln eingehalten werden können.“

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