12.07.2019

Inklusion im Spielplan

Zwei Projekte des Staatstheaters

An Menschen mit Einschränkungen und Behinderung richten sich zwei Projekte des Staatstheaters Augsburg.

Bei zwei Vorstellungen der Freilichtbühnen-Aufführung „Jesus Christ Superstar“ werden erstmals Audiodeskriptionen für blinde und sehbehinderte Zuschauer angeboten. Situationsbezogen werden dabei visuelle Elemente wie Bühnenbild, Kostüme, Mimik und Gestik beschrieben und auf ein individuelles Empfangsgerät übertragen. Zusätzlich können diese Besucher auch vorab in einer exklusiven Einführung Kostüme, Requisiten und ein Modell des Bühnenbildes ertasten. „Wir halten spezielle Plätze bereit, damit auch die Mitnahme von Führhunden möglich ist“, erklärt David Ortmann vom Staatstheater. Die speziellen Vorstellungen finden am 18. und 27. Juli statt, Anmeldung ist beim Besucherservice des Staatstheaters unter Tel. 0821/3244900 möglich.

Zum Märchenwald wird der Martinipark an diesem Samstag, 13. Juli, bei dem Inklusionsprojekt „Es war einmal…“. Nicoletta Kindermann, Theaterpädagogin des Staatstheaters, leitet das Projekt. „In jedem der Märchen stellen sich die Protagonisten einer Welt, die nicht immer gerecht ist.“ Darsteller und Zuschauer sollen gleichermaßen mitnehmen: „Auch wenn man kleine Defizite hat, kann man sich seinen Herausforderungen stellen.“

Die Darsteller kommen von der Rudolf Steiner Schule Augsburg, den Schäfflerbach-Werkstätten, der Montessori Schule Dinkelscherben und dem Club Z des Staatstheaters. Sie zeigen die Märchen „Die sieben Raben“, „Dornröschen“, „Das hässliche Entlein“ und „Keloglan“. Kindermann sagt, bei der Vorbereitung der Stücke habe man auf die besonderen Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen eingehen müssen. „Man probt weniger flexibel, weil es Menschen mit Behinderung oft schwerer fällt, Gelerntes plötzlich wieder zu verwerfen.“ Für die Darsteller sei die Aufführung ein wichtiger Moment, weil dort Fähigkeiten geschätzt werden, die im Alltag nicht gefragt sind: zum Beispiel kreative Grimassen zu schneiden. „Die Darsteller merken, dass sie großartig sind, wie sie sind.“ Die erste Aufführung beginnt um 12 Uhr vor den Schäfflerbach-Werkstätten. Von dort aus geht es weiter zu den nächsten Stationen im Park. Die Aufführungen dauern jeweils etwa 20 Minuten. (m-b, pwehr)

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