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Jazzclub

27.07.2020

Jazzclub: Erstes Konzert nach der Corona-Pause

Walter Bittner (links) und Stephan Holstein gastierten mit ihrem Quartett erstmals wieder im Jazzclub.
Bild: Doris Jungwirth/Frauke Wichmann

Das Bittner-Holstein-Quartett spielte nach der langen Corona-Pause mit Musizierlust und Hingabe. Doch das Publikum kam nicht so zahlreich wie erwartet.

Ein großes Lob an die Stadt: Während anderswo Festivals einfach gecancelt werden und das kulturelle Leben ruht gibt es in Augsburg ein großes Bemühen, die Kultur am Leben zu erhalten. Da sind die Sommerbühne, die Kleine Kunstnacht, Kultur vor dem Fenster, der Internationale Jazzsommer oder der Jazzclub: allesamt wunderbare Podien mit großartigen Künstlern. Jetzt kommt es auf das Publikum an.

Faszinierende Soli

Samstagabend gastierten im Jazzclub Augsburg überregional renommierte Jazzmusiker zweimal je eine Stunde mit großartigem Jazz, im zweiten Set vor nur 14 Besuchern, 62 hätten kommen dürfen. Das „Bittner Holstein Quartett“ spielte nach langer Corona-Pause mit mitreißender Musizierlust und Hingabe, bedankte sich fürs Kommen und die Begeisterung im Publikum war groß. Endlich wieder tolle Livemusik, stilecht im Jazzkeller.

Dieser Auftakt der hoffentlich künftig gut besuchten Sommerspielreihe des Jazzclub Augsburg mit richtig gutem klassischen Jazz hätte passender nicht sein können. Stephan Holstein (kl, sax), Walter Bittner (dr, voc), Daniel Mark Eberhard (p) und Thomas Stabenow (b) spielten Standards etwa von G. Gershwin, B. Child, N. Adderley, Howard Alden, dazu Eigenkompositionen, Blues, Latin, mit der durch jahrelange Zusammenarbeit wohltuend selbstverständlichen musikalischen Verständigung. So gelingt dann eben auch der Rollentausch zwischen Drums und Piano mit Saxofon, konnte Bittner dazwischen spielen, während Holstein und Eberhard rhythmisch einwarfen, gerieten Unisono-Stellen perfekt wie aus dem Handgelenk. So reichte Daniel Mark Eberhard nach fulminanter, brillant gespielter Improvisation elegant das Wort weiter, baute Stephan Holstein seine faszinierenden Soli in enormen Bögen auf, begeisterte Thomas Stabenow mit seinem elastisch klangvollen Ton und bravourösem Spiel, Walter Bittner mit tollem, vielseitigem Puls und einem unglaublichen Klangspektrum und überraschenderweise auch gekonntem Gesang. Nicht nur die überlegene Virtuosität oder der facettenreiche Klang der Quartettmitglieder begeisterte, sondern vor allem, was jeder musikalisch beitrug: kreativ, originell, überraschend, witzig, klangvoll, emotional und immer passend. Die Hörer verlangten deutlich nach einer Zugabe.

Jazzclub: Erstes Konzert nach der Corona-Pause


Lesen Sie dazu auch einen Bericht über ein weiteres Konzert mit Walter Bittner und Stephan Holstein Mit Mojo Six entlang der Route 66

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