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Tuiachs Thesen

09.01.2020

Kolumne: Mode - nix mehr für Männer

Bild: Silvano Tuiach

Mit Männermode beschäftigt sich der Kabarettist Silvano Tuiach schon sein Leben lang. Heute sieht er auf der Straße kaum noch modisch gekleidete Männer.

Es gibt viele Erscheinungen, die dem Altwerden geschuldet sind. Zum Beispiel mehr Haare aus der Nase als auf dem Kopf. Zunahme des Bauchfetts und mehr Besuche beim Arzt als im Theater oder Kino.

Aber auch das Verhältnis zur Kleidung ändert sich mit den Jahren. Ich selbst war zwischen, sagen wir 1965 und 1995 ein großer „Mode-Freak“ vor dem Herrn. Falls ich mir in diesen Zeiten mal zwei Wochen lang keinen neuen Pulli oder eine flotte Jeans gekauft habe, war ich unzufrieden mit meinem Leben. Und das waren noch die Zeiten, in denen sich auch die Mode für den Herrn jährlich änderte. Mal waren die Schuhe vorne spitz, dann wieder rund oder eckig und in den Siebzigern gar es für Männer sogar Schuhe mit circa acht Zentimeter hohen Plateausohlen. Mal sollte die Hose Bundfalten haben, dann waren die wieder völlig „out“ und die Anzüge waren mal extrem „schlabbrig“ und dann wieder eng auf den Körper geschnitten, so wie sie heute Heiko Maase und Jogi Löw tragen.

Das Angesagte ist nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar

Der männliche Modefan - nicht nur der weibliche- hechelte den Modeneuheiten hinterher und man sah auf dem ersten Blick wer modisch „up to date“ war. Heute erkenne ich auf den Straßen keine modisch gekleideten Herren mehr, an denen das „Angesagte“ auf den ersten Blick erkennbar wäre. Gibt es überhaupt noch „Männermode“? (Ja, ich weiß, die Verkäufer bei „Eckerle“ oder „Wöhrl“ denken da anders darüber). Aber die ganz großen Modehits wie „Leggings“ oder Schulterpolster scheinen der Vergangenheit anzugehören.

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Ich gestehe, ich habe mir seit etwa fünfzehn Jahren kein Kleidungsstück mehr gekauft. Meine Jeansgröße, 34/32, hat sich nicht geändert und auf meinem Kleiderwagen hängen circa 15 Anzüge in Kleidersäcken. Größe 52, also wer sich mal einen ausleihen will, nur zu. Im Keller liegen etwa 30 Paar Schuhe, einige davon noch in der Originalverpackung, nie getragen. Was meinen Schuhvorrat anbelangt, könnte ich locker 130 Jahre alt werden. Ein „Sammlerstück“ hängt auch noch im Schrank: die allererste Lederjacke, die „Boss“ Anfang der 80er auf den Markt gebracht hat.

Gibt es da Interessenten…?

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