03.07.2018

Kunstwerke aus der Presse

Eine geheimnisvolle Unterwasserwelt erschuf Jo Thoma.
Bild: Norbert Kiening

Drucksymposium lud zum Experimentieren

Schwarze Kunst? Von wegen! Drucken kann auch sehr farbige Kunstwerke erzeugen. Den Beweis dafür tritt das künstlerische Drucksymposium in Augsburg an. Eine intensive Arbeitswoche lang lud der Berufsverband Bildender Künstler (BBK) seine Mitglieder zum gemeinschaftlichen Kreativcamp ein. Man schaute sich über die Schulter, gab einander Tipps, regte sich gegenseitig an. Die Ergebnisse zeigt jetzt die Ausstellung in der BBK-Galerie im Abraxas. Der Betrachter tritt einen Spaziergang durch unterschiedliche Techniken und markante persönliche Stile an, präsentiert in übersichtlichen Kojen, die auch vergleichende Durchblicke erlauben.

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Turid Schuszter erschuf mit Lithografie zarte, cremefarbene Landschaftsimpressionen, gedruckte Malerei mit luzidem Schimmer. Christina Weber arbeitete ebenfalls mit dem Stein, zeichnete darauf gepanzerte Gliederfüßer, denen sie ein menschliches Gesicht aufsetzt. Auf die Lithos wollte sie zusätzlich Holzschnitte drucken, aber zu mehr als Druckstöcken reichte die Arbeitswoche nicht: work in progress.

Jo Thoma brachte ihre Radierungen auf einer transparenten Kunststoffplatte auf, eine Unterwasserwelt, die tierische Körper mit technischen Geräten kreuzt und etwa den Tintenfisch unter den Taucherhelm bringt. Geheimnisvoll in Rot liegt dahinter eine Erzählung in Spiegelschrift, wohl ein nautisches Logbuch samt der Skizze eines stolzen Segelschiffs. Elisabeth Röder erprobte sich an Verwandlungen und druckte das gleiche Motiv in immer neuen, wunderbaren Farbklängen.

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Hildegard Winkler reiht ihre Radierungen dicht aneinander, sodass sich ganze Bildergeschichten ergeben, versehen mit sparsamen, aber wirkungsvollen Farbakzenten. Mit einer Platte mehrere Farben bringt Jeannette Scheidle aufs Bütten. Derart entstehen immer Unikate, die in ihrer Farbigkeit variieren. Dem seriellen Muster hat sich Gisela Frank mit ihren Maschen verschrieben, sie flicht und wellt die Linien puristisch in- und aneinander.

Nach Art des Kartoffeldrucks hat Gabriele Hornauer Formen aus dünnem Kunststoff ausgeschnitten und druckt sie sattblau von Hand auf Papier. Erfrischend spontan muten die Ergebnisse an. Anneliese Hirschvogel bannt in lichtvollen Farben und Variationen ihre Chiffren vom Holzschnitt aufs Papier. Irene Rung exerziert das Thema Linie, mal als Farbstrahl und mal als weiße Rille. Beate Hien zieht zart zerbrechliche Linien auf graue Flächen, rhythmisiert von weißen Kreisen und Punkten.

Von Liliana Messmers stammt die grandiose Wandinstallation „Projekt Kandinsky“ in der betörenden, abstrahierten Kraft des Meisters. Norbert Kiening schließlich setzte seine großformatigen Holzschnitte fort, die mehrmals abschattiert sind.

(Finissage 17 Uhr), geöffnet Di., Do., Fr., Sa., So. 14–18 Uhr.

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