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Musik

25.01.2019

Lydia Daher kommt zurück nach Augsburg

„Ich bin stolz darauf, meinen eigenen Stil erfunden zu haben“, sagt Lydia Daher über ihre Musik.
Bild: Gerald von Foris

Die Musikerin und Lyrikerin Lydia Daher präsentiert ihr neues Album „Wir hatten Großes vor“ in der alten Heimat. Es ist unter besonderen Bedingungen entstanden

Der Name Lydia Daher dürfte in der Augsburger Popkultur-Szene vielen ein Begriff sein. Denn mit ihren Poetry-Slams, künstlerischen Workshops, der Veröffentlichung eines Albums und mehrerer Gedichtbände prägte sie die Kunstszene in Augsburg mehrere Jahre mit. Angefangen hatte ihre Erfolgsgeschichte in der Fuggerstadt aber mehr zufällig.

Die Entscheidung nach Augsburg zu ziehen, fiel nämlich fast schon etwas willkürlich, wie sie erzählt: „Mein Ziel war es, in so vielen Städten wie möglich gewohnt zu haben. Dabei ging ich einfach das Alphabet durch, wodurch Augsburg auf Platz eins stand.“ Der Plan ging jedoch nicht auf, denn Lydia Daher schlug Wurzeln.

Fast dreizehn Jahre verbrachte die Künstlerin in der Fuggerstadt, studierte dort Psychologie, Soziologie und Medienpädagogik. In dieser Zeit veröffentlichte sie auch ihr erstes Album und zahlreiche Gedichte, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Vor zwei Jahren zog es sie wieder in ihre Heimatstadt Berlin zurück. Die Verbindung zu Augsburg riss jedoch nie ganz ab: „Ich habe dort noch viele Freunde. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen“, erinnert sie sich.

Ihre emotionale Verbundenheit zu Augsburg ist es auch, die ihr Konzert am Samstag zu etwas Besonderem macht: „Die Leute, vor denen ich mit meiner Band spiele, sind mir nicht unbekannt, es werden viele Freunde von mir kommen. Deshalb bin ich besonders aufgeregt“, gibt sie zu.

Der Titel für ihr viertes Album „Wir hatten Großes vor“ stammt aus einem ihrer neuen Songs und ist „eine Feier der Vergeblichkeit“. Mit Vergeblichkeit meint sie unter anderem die Rückschläge, die sie erfährt, weil sie sich nicht in ein künstlerisches Korsett zwängen will. Dazu zählt auch der Entschluss, ihrer Musik nicht unbedingt einen Namen geben zu müssen: „Ich bin stolz darauf, meinen eigenen Stil erfunden zu haben. Das ist irgendwas zwischen Avantgarde, Minimal, Pop, Progressive. Dem will ich keinen eindeutigen Stempel aufdrücken“, begründet sie ihre Entscheidung.

Großes vor hatte Lydia Daher auch schon während ihrer Aufnahmen zum gleichnamigen Album: „Noch zwei Tage vor der Geburt meines Sohnes stand ich im Studio“, erzählt sie lachend. Eigentlich hegte sie den Plan, sofort nach Veröffentlichung des Albums im Oktober 2017 auf Tour zu gehen, doch wurde der relativ schnell über Bord geworfen: „Ich ging ziemlich naiv an die ganze Elternsache heran, wollte mein Kind mit auf die Tour nehmen. Ich merkte recht schnell, dass das unmöglich geht. Deshalb nahm ich mir die Zeit. Das war ich meinem Kind und meiner Musik schuldig.“

Ihr Partner Tobias von Glenck, der als freischaffender Künstler und Komponist arbeitet, passt während ihrer Tour auf den gemeinsamen Sohn Junis auf. Auf den hat die Musikbegeisterung der Eltern schon längst abgefärbt: „Er steht auf argentinischen Tango und hasst klassische Kinderlieder“, erzählt sie und lacht.

mit Lydia Daher, Daniel Schröteler und José Gonzáles am Samstag, 26. Januar, in der Galerie Krüggling, Singerstraße 7; Einlass ab 19.30 Uhr, Vorverkauf im Café Kätchens, Peutinger Straße 18

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