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Hochschule

18.03.2021

Manga statt Foto: Hochschulabsolventen zeigen ihr Gesicht

Illustriert: Nadine Haug, Peter Bienas und Michael Mergenthaler.
Foto: HS Augsburg

Plus Die Werkschau der Gestalter stellt die Absolventen erstmals mit Illustrationen statt fotografisch dar. Davon gibt es verschiedene Variationen.

Seht ihr uns? Noch einmal allen ins Gesicht sehen können, die Abschied von der Hochschule nehmen, das hat sich die Werkschau 2020/21 der Fakultät für Gestaltung vorgenommen. Jedoch nicht mit Fotografie, sondern erstmalig ausschließlich mit Illustration: Kommilitonen setzen die Absolventen ins Bild. Eigentlich in ihr Bild, denn die Illustration belässt es nicht bei der naturgetreuen Wiedergabe einer Person, sondern sucht im gemalten Porträt ihr inneres Wesen darzustellen. Interviews mit der Person ergänzen die sehr individuellen Betrachtungen.

Die Werkschau stellt die Absolventen der Hochschule als Individuen in den Mittelpunkt

Unter dem Titel „Gesichter und Geschichten“ werden in dem Begleitbuch die 61 Absolventen und Absolventinnen des Wintersemesters 2020/21 vorgestellt. In einer Zeit, in der Gesichter hinter Masken verschwinden oder virtuell als Kacheln am Bildschirm auftauchen, schien es folgerichtig, die Absolventen als Individuen in den Mittelpunkt zu stellen. Ihre Arbeiten mussten dahinter zurückstehen.

IllustriertPeter Bienas .

Die Werkschau selbst wird am Freitag, 19. März, ab 15 Uhr komplett digital stattfinden. Nach der Ehrung der Absolventen sind vier Gastvorträge vorgesehen, nämlich von Katharina Bitzl (Illustratorin aus Augsburg), Karina Shor (Illustratorin aus Israel), Zeloot (Illustratorin aus Holland) und Raban Ruddigkeit (Illustrator/Typograf/Designer aus Berlin). Im Werkschauslam stellen danach die Absolventen ihre Arbeiten vor. Schließlich läutet der DJ der Hochschule per Zoom die Werkschau-Party ein. Am Samstag, 20. März, können nachmittags individuell Zoom-Verabredungen mit einzelnen Absolventen wahrgenommen werden.

Augsburger Hochschulprofessor Mike Loos: Illustrationen präsentieren eine Person auf wahrhaftige Weise

Hinter den Illustrationen steckt ein Semesterprojekt von knapp 20 Studierenden (5./7. Studiensemester) von Prof. Mike Loos. Zugrunde liegen Fotografien. In zwei Arbeitstagen waren alle Absolventen durch. Dann erst begann die langwierige Arbeit. „Der besondere Reiz liegt bei Illustrationen vor allem darin, den Betrachtern eine Person auf wahrhaftige Weise zu präsentieren, sie uns näher zu bringen“, erklärt Loos. Dabei kommt es auf Maltechnik, Farbigkeit, Motivgestaltung und die Betrachtungsweise an. Vor einem Porträtgemälde würden sich eigentlich immer mindestens zwei Personen begegnen: die Dargestellten im Bild und die Betrachter vor dem Bild. „Sie kommunizieren miteinander“, so Loos. „Genau genommen ist da sogar immer noch eine dritte Person im Spiel, die heimlich zu uns spricht – nämlich die Schöpfer des Bildes. Denn auch sie geben uns über ihre Arbeit etwas von sich preis.“

Illustriert: Michael Mergenthaler.

Mike Loos ist „ganz stolz auf die Gruppe“, weil sie so eine Vielfalt an Zugriffen hervorgebracht habe. Aus einem parallel laufenden Kurs für Charakterdesign flossen ebenfalls Ergebnisse ein. Michael Mergenthaler gefiel sich als liebenswürdige Karikatur. Peter Bienas kommt wie im japanischen Manga als Gamefigur rüber. Anna Fallmann zog sich indes eine Papageienmaske über. Einfach entwaffnend ist Nadine Haug im Interview. Warum sie immer so absonderlich gut gelaunt ist? „Ich glaube, dass es einfach daran liegt, dass ich mich am Alltäglichen erfreuen kann.“

Allerdings lief alles auf den letzten Drücker, sodass die Website wohl erst im Lauf des Donnerstags voll funktionsfähig eingerichtet ist.

Informationen zur Werkschau und das Begleitbuch für 15 Euro sowie Termine mit Absolventen unter werkschau-augsburg.de

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