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Klavier

06.02.2019

Markus Kreul: spät gestartet, weit gekommen

Der Pianist Markus Kreul organisiert mit Kollegen ein Schumann-Symposium in Augsburg.
Bild: Konstantin Volkmar

Markus Kreul fing erst mit elf Jahren an, Klavier zu spielen. Heute ist er ein Schumann-Botschafter und organisiert eine dreitägiges Schumann-Symposium.

An Robert und Clara Schumann führte für Markus Kreul kein Weg vorbei. Wie auch? Wer in Bonn anfängt, die Musik und vor allem das Klavier für sich zu entdecken, landet ziemlich schnell bei den beiden großen Komponisten der Romantik. Und noch immer lässt das Ehepaar Schumann Kreul nicht los. Heute ist er Berufsmusiker, gibt Konzerte als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter. Er lebt nicht mehr in Bonn, sondern in Altomünster und vermittelt sein Wissen als Dozent an Studenten des Leopold-Mozart-Zentrums in Augsburg. Dort findet nun vom 8. bis 10. Februar ein großes Schumann-Symposium statt, das Kreul gemeinsam mit Dominik Wortig und Agnes Habereder-Kottler organisiert.

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Vor zwei Jahren ist Kreul vom Schumann-Forum zum Schumann-Botschafter ernannt worden, in einer Reihe mit Nikolaus Harnoncourt, Sol Gabetta und András Schiff, die mit Auftritten, Einspielungen und Interpretationen das Schumann-Werk pflegen und im Bewusstsein halten sollen.

Erst dachte Kreul, Chorleiter zu werden

Dass Kreul, 46, einmal eine solche Auszeichnung erfährt, war bei seinen musikalischen Anfängen nicht absehbar. Im Vergleich zu anderen professionellen Musikern war Kreul ein ausgesprochener Späteinsteiger. Erst mit elf Jahren fing er an, Klavier zu spielen. Und erst spät kam Kreul in seiner Schullaufbahn auf die Idee, später das Instrument und die Musik als Lebensmittelpunkt zu wählen. „Meine Eltern haben eher gebremst“, erzählt er. Er musste sie und auch sich von dieser Wahl überzeugen. Kreul wollte Musik studieren, weil er dachte, später einmal als Chorleiter und Musiklehrer tätig zu sein. Ein Hochschullehrer sprach ihn darauf an, noch weiter zu gehen. „Das alles hat sich bei mir langsam entwickelt“, sagt Kreul.

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Und er kann sich noch gut daran erinnern, wie er in seinen jungen Jahren das erste Mal im Schumannhaus in Bonn-Endenich stand, das Sterbehaus des berühmten Komponisten und Pianisten. Dieser Ort habe ihn fasziniert und beflügelt. Nicht nur einmal sei er dort hingegangen, weil er dort auch Noten ausleihen konnte.

Wie bei vielen professionellen Musikern geht bei Kreul das eigene Weiterentwickeln und das Weitergeben Hand in Hand. In Altomünster organisiert Kreul zum 13. Mal den Europäischen Musikworkshop Altomünster, kurz Eumwa. Renommierte Dozenten unterrichten vom 20. bis 27. April in dem Markt den musikalischen Nachwuchs, dazu gibt es täglich Konzerte und für Kinder und Laienmusiker eigene Workshops.

Die Rekonstruktion eines Konzerts

Kreul unterrichtet auch am Leopold-Mozart-Zentrum. Dort organisiert er – als Schumann-Botschafter – nun zum dritten Mal ein Schumann-Symposium. Thema des Symposiums sind Robert Schumann und sein Verhältnis zu den beiden Dichtern Friedrich Rückert und Nikolaus Lenau. Beide haben Schumann inspiriert.

Und dann beschäftigt sich Kreul im Clara-Schumann-Gedenkjahr (ihr Geburtstag jährt sich zum 200. Mal) natürlich auch mit ihr. Kreul schwebt vor, ein Konzert von Clara Schumann zu rekonstruieren. 1857 trat diese zwei Mal in Augsburg auf. Was sie gespielt hat, ist überliefert. Allerdings trat sie damals gemeinsam mit Augsburger Sängern auf. Was diese beigetragen haben, muss Kreul noch herausfinden. Dann kann er sich auch vorstellen, dieses Schumann-Konzertprogramm in Augsburg gut 160 Jahre später wieder aufzuführen.

Das Robert-Schumann-Symposium findet vom 8. bis 10. Februar im Leopold-Mozart-Zentrum statt. Bereits am 7. Februar wird als Auftakt im Cinemaxx-Kino um 19.30 Uhr der Film „Geliebte Clara“ mit Martina Gedeck gezeigt. Thematisch steht im Symposium Robert Schumann und die Dichter Friedrich Rückert und Nikolaus Lenau im Fokus.

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