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Sensemble Theater

26.09.2018

Max Frisch fragt: Was wäre wenn...?

Dörte Trauzeddel, Heiko Dietz, Birgit Linner und Olaf Ude (von links) spielen in "Biographie: Ein Spiel" im Sensemble Theater.
Bild: Sensemble Theater

Das Sensemble Theater eröffnet die Spielzeit mit  „Biographie: Ein Spiel“, einen Klassiker von Frisch.

Mit Max Frischs „Biographie: Ein Spiel“ startet das Sensemble Theater an diesem Freitag in die Spielzeit. Erstmals kooperiert die Bühne in der Kulturwerkstatt dafür mit einem anderen freien Theater, dem Neuen Theater Burgau. „Die Überlegung war, dass wir effizienter werden“, stellt Sebastain Seidel, Leiter des Sensemble dar. Nicht nur, dass bei zwei Theatern auch mehr Geld für eine Produktion zur Verfügung stehe, es könne auch öfters gespielt werden. So werden in Augsburg 12 Vorstellungen des Frisch-Stückes zu sehen sein, und ab November acht in Burgau.

Die Zusammenarbeit mit dem Theater im Landkreis Günzburg lag nahe, denn Dörte Trauzeddel, Co-Leiterin der Burgauer Bühne, tratdes öfteren schon als Schauspielerin in der Kulturfabrik auf. Durch sie kam nun auch der Kontakt mit Regisseur Philipp J. Neumann zustande, der wie Trauzeddel aus Leipzig stammt und erstmals für das Sensemble inszeniert.

Max Frisch schrieb das Stück für 30 Rollen

Max Frischs Stück, ursprünglich in den 1960er Jahren für 30 Rollen geschrieben, 1984 dann aber von ihm in einer Fassung für sechs Personen überarbeitet, verhandelt die spannende Frage, wie wohl das Leben anders verlaufen wären, wenn eine Entscheidung anders erfolgt wäre. Im konkreten Fall: Der Verhaltensforscher Hannes Kürmann hadert mit der Begegnung mit Antoinette, die seine Frau geworden ist, und die er für sein Unglück verantwortlich macht. Frisch konstruiert in seinem Stück eine Versuchsanordnung, spielt die Veränderungen in Kürmanns Biografie durch. Dadurch ergeben sich verschiedene Ebenen – ein Spiel im Spiel, das dem Stück Raffinesse und Tiefe gibt, wie Regisseur Neumann darstellt. „Die Frage, die hinter all dem steht ist die, wie viel Kontrolle wir eigentlich über unser Leben haben?“

Max Frisch fragt: Was wäre wenn...?

Wie Frisch analytisch ein Experiment wagt, wie er ein Leben sozusagen seziert, hat Philipp J. Neumann zu einer wissenschaftlichen Szenerie inspiriert. Das Bühnenbild stellt einen Medizinhörsaal mit Seziertisch, auch „anatomisches Theater“ genannt, dar. „Ein Bühnenbild, so aufwendig wie noch nie, weil viel Material verbaut wurde“, wirft Sebastian Seidel ein. Die Zusammenarbeit mit dem Neuen Theater Burgau macht sich da bereits bemerkbar.

Premiere von „Biographie: Ein Spiel“ ist am Freitag, 28. September, um 20.30 Uhr (ausverkauft) Die nächste Vorstellung ist am 5. Oktober

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