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Kabarett

07.10.2019

Michael Altingers Verteidigung des Kartoffelsalats

Empört: Michael Altinger verteidigt die Urform des Kartoffelsalats ohne Fleischwurst.
Bild: Peter Fastl

Seichte Witze über Veganer und SUV-Fahrer. Michael Altinger präsentiert sein neues Programm "Schlaglicht" in der Kresslesmühle.

Sie ist klein, aber fein, die Kresslesmühle und wird von Kabarettisten gern als Testpflaster genutzt, ehe sie auf die größeren Bühnen ziehen. Michael Altinger, u.a. Schlachthofmoderator und Preisträger des Bayerischen Kabarettpreises wirkt immer ein bisschen heiser, von hohem Puls getrieben und geht grundsätzlich gern auf Tuchfühlung mit seinem Publikum. Sehr direkt und recht häufig appelliert er an dessen Vorstellungskraft: „Hey, Ihr müsst’s da scho’ mitmacha!“

Aber was, wenn das aktuelle „Schlaglicht“-Programm einfach zu seicht ist mit den immer gleichen Veganer-, SUV-Fahrer- und Achtsamkeitswitzen. Was, wenn die Pointen versanden, wenn keiner laut lacht? Dann profitiert zumindest Martin Julias Faber als tiefenentspannter musikalischer Begleiter am Keyboard, bei dem Altinger mit jeweils 50 Euro seine Wettschuld einlöste. Eine nette Idee in der leider selten mehr als harmlosen Kabarettstory. Darin spielte der beharrlich nicht in Erscheinung tretende Freund Helmut Lux eine tragende Rolle, der aus Brandschutzauflagen ebenso dreist Kapital schlägt wie aus der bahnbrechenden Erfindung der „PCSM“ (Potato Cutting Salad Machine) und zu dessen Ehre im Strunzenöder Grusel-Garten eine illustre Grillparty mit Altmänneryoga-Sitzkreis stattfinden soll.

Altinger atmet sich in Empörungswellen hinein

So pendelte die Story zwischen Flug-Scham-und Charme-Offensive hin und her, ohne wirklich Prägnanteres als Sätze wie diesen zu hinterlassen: „Wenn die Wahlzettel länger sind als Klopapier, dann stimmt was nicht mit der Demokratie“.

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Ach ja! Aber stören sollte man ihn, den findigen „Protest-Reparierer“ und Verteidiger des Ur-Kartoffelsalats ohne Fleischwurst keinesfalls, wenn er sich in die diversen Empörungswellen hinein atmet. Dies bekam anfangs auch der fotografierende Kollege zu spüren, dessen Versuch, Altinger aus dem Gang heraus besser als im Sitzen abzulichten, ihn sichtlich aus dem Konzept brachte!

Das gut gelaunte Publikum freute sich am Ende auch über die beiden hübschen Zugaben und dankte mit viel Applaus.

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