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Ausstellung

12.11.2018

Mit Wehmut und bitterem Humor

Im US-Look zeigt sich dieses auf Holz gemalte Kempf-Bild von 2017.
Bild: hks

Der Regensburger Künstler Günther Kempf zeigt seine Sicht auf die Welt

Wenn eine bekannte amerikanische Comicfigur in ihrer Sprechblase über Kunst reflektiert, in diesem Fall über Christo („I remember when Christo hung the valley curtain in Colorado“), und diese Sequenz in eine Mischtechnik collagiert ist, die um ein typisch amerikanisches Holzhaus im Kolonialstil kreist – dann ist schon Wesentliches gesagt über Günther Kempf, den 1952 im niederbayerischen Dünzling geborenen, in Regensburg lebenden Künstler. Das genannte Bild ist Nummer eins im 55 Nummern umfassenden Verzeichnis der Ausstellung, die Konrad Oberländer in seiner Leitershofer Galerie zeigt. Wer in der Welt der Countrysongs, die der Maler liebt und singt, in der Welt der Comicfiguren von Walt Disney und anderer populärer US-Heroen nicht zu Hause sei, „ist in den Bildern von Günther Kempf mit ihren vielen Anspielungen, Wortfetzen und Namen schnell verloren“.

So heißt es in einem Katalog von 2012. Aber geht es Kempf nicht eher um den Gesamteindruck als um genaue Kenntnis seiner Wort- und Bildzitate? Warum sonst sollte er Letztere gerne mit einer Malschicht überziehen und Ersteren gerne fragmentieren? Was den Gesamteindruck betrifft: Er vermittelt weithin Vergeblichkeit, Verlust, wohl auch Sehnsucht. Die erwähnten Holzbauten tragen Outfit und Aura des von Kempf geschätzten Edward Hopper. Einsam und verlassen hängen sie neben- und übereinander an einer Galeriewand, an anderer Stelle Kempfs klotzig-kleine Schiffe der Serien „A salty dog“ (benannt nach dem Song von Procol Harum) und „Pyxis, Puppis, Vela“ (auch mit Bezug auf Bob Dylan). Beide Werkreihen könnten bekannt vorkommen, waren doch „Pyxis“-Bilder schon 1998 in der Münchner Galerie van de Loo und „Salty dog“-Exemplare schon 2000 im Kunstverein Augsburg zu sehen. Tristesse herrscht vor; doch bei aller Wehmut verliert Kempf nicht seinen (bitteren) Humor. Insgesamt erweist er sich als ein Rhapsode menschlichen Erdenseins – mit starker amerikanischer Färbung (manche seiner Skulpturen muten indianisch an), aber auch mit europäischem Tiefgang bis hin zu den Mythen (Jason, Argo).

bei Oberländer in Leitershofen (Schloßstr. 52) bis 15. Dez. (Freitag u. Samstag 15–18 Uhr). Tel. 0821/431859

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