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Musik-Projekte

15.10.2019

Mitsingen für alle liegt voll im Trend

Stammgäste des „VolxGesangs“ im Abraxas (linkes Bild, von links): Uschi Oberosler, Christa Preschl und Petra Pimpl.
Bild: Diana Deniz

Alle zwei Monate schafft der „VolxGesang“ im Abraxas Glücksgefühle. Bald kommt das Rudelsingen jetzt auch noch nach Augsburg.

Nahezu jeder hat jemanden in seinem Umfeld, der gerne singt: sei es der Partner, die Kollegin oder ein Freund. Sie singen, summen und stoßen nicht immer auf eine Fangemeinde. Anders ist das beim stetig wachsenden Trend der Mitsing-Konzerte. Seit etwa drei Jahren kommt „VolxGesang“ etwa alle zwei Monate ins Kulturhaus Abraxas. Der Ballettsaal ist prall gefüllt. Wer sitzen mag, nimmt auf einem Stuhl Platz, die anderen stehen.

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„VolxGesang“ sind die bayerischen Pioniere auf ihrem Gebiet und bekamen 2017 von Herbert Grönemeyer den Förderpreis der Musik Bewegt Stiftung für ihr Engagement überreicht. Das Motto der gemeinnützigen Organisation ist „Singen macht glücklich. Gemeinsames Singen macht überglücklich!“. Auf der Bühne stehen eine Leinwand und ein Keyboard für Michael Herrmann, der gemeinsam mit der Erfinderin von „VolxGesang“, Nicole Wagner, das Publikum anheizt. Herrmann, für alle einfach Michael, erklärt die Regeln, eigentlich nur eine einzige: „Es gibt kein zu laut und kein falsch.“ Zweite und dritte Stimme seien erlaubt. Das Publikum lacht und schon geht’s los mit einer „Klatsch-Rhythmus-Übung“.

Keine Musikrichtung wird ausgelassen

Auf der Leinwand gut leserlich der Text zu Queens „We Will Rock You“. Es wird geklatscht, gestampft und mitgesungen. Von der ersten Sekunde an ist das Gesangsvolk dabei. Ob Tango, Rock, Evergreen und Heiteres wie „Schicke Kita“ (Chiquitita) – keine Musikrichtung wird ausgelassen. Wenn man sich umsieht, sind es überwiegend Frauen ab Mitte dreißig. Einige Männer sind ebenso mit am Start und haben Spaß. Zum Stammpublikum zählen Christa Preschl, Petra Pimpl und Uschi Oberosler, die im Rahmen ihres Frauenstammtisches regelmäßig kommen.

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Das gemeinsame Singen gibt so viel Energie zurück und allen ein tolles Gefühl, erzählen sie. Jeder gehe hier am Ende lachend aus dem Saal. „Es steht nicht einer im Mittelpunkt und keiner muss sich selbst oder anderen etwas beweisen“, findet Preschl. „Es ist ein freies Singen, das entspannt, und grad gut ist’s“, freut sich Pimpl. „Alle, die zu Hause nicht singen dürfen, kommen hier her. Es ist etwas zwischen Badewanne und Chor und es tut einfach gut“, erklärt Oberosler humorvoll. Am Ende werde traditionell „Thank You For The Music“ von Abba gespielt. Michael gibt dazwischen einen kleinen Kurs in Sachen „Schlagermoves“, typische Gesten der Schlagersternchen. Er hat die Lacher auf seiner Seite und gleich beim nächsten Song „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ wird zum Gesang kräftig schlagermäßig à la Helene Fischer gestikuliert.

Für den musikalischen Rahmen und den Spaß beim "VolxGesang" sorgt dort Michael Herrmann.
Bild: Frauke Wichmann

Zu den "Rudelsingen" kommen monatlich 10000 Teilnehmer in Deutschland

Heidi Pfister findet das Format herrlich: „Man braucht hier kein Talent, aber Talentierten gefällt es auch. Der Michael schafft es wunderbar, die Leute aus der Reserve zu locken“. Für Wolfgang Nekola, der selbst in zwei Chören singt, ist Singen wie ein Lebensmittel, das man zum Leben braucht. Er ist von Anfang an im Abraxas bei den Konzerten mit dabei und die Termine stehen bei ihm fest im Kalender. Der Leiter des Kulturhaus Abraxas wiederum zeigt sich zufrieden. „Die Veranstaltung hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Es kommen jedes Mal zwischen 80 und 90 Gäste“, sagt Gerald Fiebig. Es sei ein dankbares Format, das in unserer Zeit eine Lücke fülle.

Den „VolxGesang“ gibt es seit drei Jahren im Abraxas. Nun kommt ein weiteres Mitsing-Format nach Augsburg, das in Münster 2011 gegründet worden ist und mittlerweile in über 100 Städten mit monatlich mehr als 10000 Sängern stattfindet. Wobei man besser sagen sollte: Rudelsängern. Das „Rudelsingen“ funktioniert nämlich ähnlich wie der „VolxGesang“: Ein Team von zwei bis drei Musikern führt an Klavier, Gitarre und weiteren Instrumenten durch das Programm, das bunt gemischt ist: Schlager, Evergreens, Pop und Rock. In Augsburg werden das der musikalische Leiter Ulrich Wurschy und der Pianist Volker Becker sein.

Das erste Rudelsingen im Parktheater findet am Mittwoch, 23. Oktober, um 19.30 Uhr im Parktheater in Göggingen statt. Karten dafür gibt es nur auf der Internetseite rudelsingen.de. Der nächste VolxGesang findet am 5. Dezember im Kulturhaus Abraxas in Augsburg statt.

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