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Museum
13.04.2021

Diese Augsburgerin leitet das Bauernhausmuseum in Wolfegg

Tanja Kreutzer, die neue Museumsleiterin des Bauernhofmuseums in Wolfegg in Baden-Württemberg.
Foto: Kreutzer

Tanja Kreutzer aus Augsburg leitet seit Januar das Bauernhausmuseum in Wolfegg nahe Ravensburg. Wie die Erfahrungen in der Heimatstadt ihre neue Arbeit beeinflussen.

Ein Leben im Zickzack-Kurs: So beschreibt Tanja Kreutzer ihren Werdegang. Die gebürtige Lechhauserin fand im Museum ihre Heimat – und mit ihrer neuen Stelle einen „Glücksgriff“. Seit Januar leitet sie das Bauernhausmuseum in Wolfegg in der Nähe von Ravensburg.

„In der Arbeit im Museum verbinden sich meine zwei Leidenschaften, die Wissenschaft und die Nähe zu den Menschen“, sagt Kreutzer. Längere Zeit habe sie nach dieser Verbindung gesucht. Seit ihrem Studium der Kunstgeschichte in Augsburg habe sie vor allem der Mensch und das, was er schafft, interessiert. „Warum schaffen Menschen Dinge, was steckt dahinter? Welche Gedanken fließen hinein?“, zählt Kreutzer Fragen auf, denen sie gerne nachgeht. Dazu gehörten Alltagsgegenstände ebenso wie Adelspaläste oder Bauernhäuser.

Tanja Kreutzer arbeitete bereits am Staatlichen Textil- und Industriemuseum

Doch zur selben Zeit habe sie schon immer das Bedürfnis gehabt, aktiv zu sein, zuzupacken. Aus diesem Grund arbeitete Kreutzer nach ihrem Studium drei Jahre als Regieassistentin für ein Musiktheater in Kaiserslautern. Sie konzipierte Veranstaltungen und führte Regie bei Theaterstücken. Sehr aktiv – aber mit wenigen Berührungspunkten zur Wissenschaft.

Sie kehrte zurück nach Augsburg, schrieb ihre Doktorarbeit und volontierte am Staatlichen Textil- und Industriemuseum (Tim). „Da habe ich gemerkt: Ich bin angekommen“, sagt Kreutzer.

Museen verbinden Forschung und Menschen

Für sie kommen im Museum viele Vorzüge zusammen: Forschung und Wissenschaft, aber auch die praktische Vermittlung an die Besucher. Das Tim in Augsburg habe ihr gezeigt, dass ein Museum stets in der Zeit steht und nicht nur die Vergangenheit reproduziert. „Die historischen Inhalte aufbereiten und die aktuelle Gegenwart mit behandeln“, beschreibt Kreutzer ihren Anspruch.

In Wolfegg startete die Museumsleiterin im Januar mit geschlossenen Toren. Nicht nur wegen des Coronavirus – das Freilichtmuseum hat im Winter sowieso geschlossen. Kreutzer erinnert sich an den Moment im März, als sie zum ersten Mal Besucher empfangen durfte: „Ich habe so gestrahlt.“ Bis zu 80.000 Menschen besuchten die Einrichtung jährlich, im vergangenen Jahr war es wegen der Corona-Pandemie nur ein Bruchteil. Kreutzer ist froh über das große Gelände: „Wir dürfen im Moment bis zu 2000 Besucher empfangen.“

Bauernhausmuseum in Wolfegg: Ländliche und bäuerliche Kultur im Fokus

Im Bauernhausmuseum steht die ländliche und bäuerliche Kultur im Fokus. „Das Thema kommt auf den großen Bühnen oft zu kurz“, sagt Kreutzer. Im Moment läuft eine Ausstellung zu Gastarbeitern und Gastarbeiterinnen im ländlichen Oberschwaben. Von ihrer Zeit im Tim habe sie für dieses Projekt wertvolle Erfahrungen mitgenommen. „Etwa ein Thema kultursensibel aufzubereiten, ohne Menschen zu verletzen.“ Einen wesentlichen Teil der Ausstellung machen Gespräche mit ehemaligen Gastarbeitern und ihren Kindern aus.

„Wir wollen das Wissen bewahren. In den letzten 50 Jahren hat es massive Veränderungen gegeben“, sagt die Museumsleiterin. Viel ländliches Kulturgut, etwa alte Handwerkstraditionen, sei ausgestorben. Sie sehe es als ihre Aufgabe, es zu bewahren und an Menschen zu vermitteln. „Wir verstehen unsere Gegenwart besser, wenn wir die Vergangenheit kennen.“

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