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Festival der Kulturen

25.07.2019

Musik, die Grenzen übersteigt

Karolina Cicha tritt am Freitag beim Festival der Kulturen auf.
Bild: Rafal Maslow

Der Kurator Girisha Fernando schlägt mit dem Programm des "Festival der Kulturen" wieder Brücken zwischen verschiedenen Genres.

Girisha Fernando, der künstlerische Leiter des Festivals der Kulturen, hat in diesem Jahr den Augsburger Poppreis „Roy“ in der Kategorie Lebenswerk erhalten. Zweifelsohne wurde damit auch seine Art zu arbeiten ausgezeichnet – interdisziplinär, grenzüberschreitend und offen für alle Szenen. Das ist bei dem Programm der Langen Brechtnacht so, das ist beim Festival der Kulturen nicht anders. „Für mich ist das Kunst, die etwas zu sagen hat, substanziell ist. Die Brücken schlägt, sowohl zum Publikum, wie auch zwischen den verschiedenen Genres“, sagt der Augsburger Künstler.

Das Weltmusikfestival, das in das kulturelle Programm zum Friedensfest eingebettet ist, schlägt solche Brücken. Am Freitag, 26. Juli, um 20.30 Uhr, etwa mit der Polin Karolina Cicha und dem Streicherensemble der Augsburger Philharmoniker. Die Musikerin ist seit Tagen in der Stadt und erarbeitet sich ihre Musik mit dem Streicherensemble neu – die Arrangements liefert dafür der Augsburger Jazzmusiker Tom Jahn. Girisha Fernando: „Karolina Cicha ist eine spannende Künstlerin, die die verschiedenen Musikkulturen, die es in Polen gibt, entweder neu interpretiert oder in ihren eigenen Songs aufgreift.“

Algerische Musiker bekam Probleme in ihrem Land

„Freiheit“ ist das diesjährige Thema des Rahmenprogramms zum Friedensfest. Girisha Fernando muss es nicht eigens aufgreifen, Freiheit, Frieden, Heimat, Grenzen sind per se Themen, die von den Weltmusikern aufgegriffen werden – etwa von der Band „Sofiane Saïdi & Mazalda“, deren Musiker aus Algerien und Frankreich stammen und am Freitag um 22.30 Uhr im Annahof auftreten. Der Raï stieg in den 1980er-Jahren zur bedeutendsten algerischen Popmusik auf und fand auch international weite Beachtung. Doch innerhalb ihres Landes stießen die Musiker auf immer größere Probleme. Aufgrund des rebellischen Charakters wurde sie von Machthabern auch immer wieder verboten. Viele Künstler gingen bereits ab 1990 ins Exil nach Frankreich, da der islamistische Druck zu stark war. Auch Sofiane Saïdi siedelte in den 90er Jahren nach Paris um. Die Musik der Band wird ins Ohr gehen, verspricht Girisha Fernando: „Es ist eine ausdrucksstarke, leidenschaftliche Musik, die sehr tanzbar ist.“

Neben der intensiven, treibenden Musik von B.C.U.C aus Südafrika (Samstag, 20.30 Uhr) wird aber auch die Bhangra-Brass-Band „Red Baraat“ aus USA und Indien (Samstag, 22 Uhr) für Stimmung sorgen. „In Indien gibt es viele Blaskapellen. Das vermutet man nicht, aber das geht zurück auf die britische Kolonialgeschichte. Die Inder haben allerdings ihr eigenes Ding daraus gemacht.“ Das Festival der Kulturen blickt aber nicht nur in die Welt, sondern integriert auch die lokalen Künstler und Communitys. Die Band „MHA“ tritt am Freitag um 18.30 Uhr auf der Bühne im Stadtmarkt auf. MHA steht für Migrationshintergrund Augsburg. Denn die Wurzeln der Mitglieder stammen aus Syrien, Italien und Deutschland – zueinandergefunden haben sie aber bei Jam-Sessions im Café Neruda.

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