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Konzert

26.05.2019

 Musikalisches Coaching mit Seom

Musikalisches Coaching nennt Patrick Kammerer seine Konzerte.

Der Augsburger Künstler Patrick Kammerer alias Seom tritt im voll besetzten Gögginger Parktheater auf. Mit einem Mix aus Rap, Spiritualität und motivierenden Texten berührt er die Zuschauer.

Mit hochgezogenen Knien sitzt Patrick Kammerer entspannt am Rand der blau-rot ausgeleuchteten Bühne. Das Mikrofon umfasst er mit beiden Händen, die olivgrüne Haremshose bauscht sich um seine nackten Füße. Während er rappt, blickt der 36-Jährige überwältigt ins Publikum. „Und jetzt alle!“, animiert er zum Mitsingen. Anfangs sind die Zuschauer noch schüchtern. Doch mit jeder Wiederholung des Refrains wird der Gesang immer lauter und lauter, bis es durch das voll besetzte Gögginger Parktheater hallt: „Erinner’ dich an deine Kinderaugen“! Einige Konzertbesucher sind da bereits aufgestanden, um ausgelassen, befreit und mit geschlossenen Augen zu tanzen.

Das Publikum reicht vom Anzugträger bis zum Barfüßigen

Kammerer, der sich auf der Bühne „Seom“ nennt, ist Rapper, Künstler, Referent und Buchautor. Bei seinen Auftritten vereint der Augsburger Musik und Rap mit spiritueller Lyrik und motivierenden Texten. Kammerer nennt das „musikalisches Coaching“. Damit wolle er unterschiedlichste Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen ansprechen, sagt der gelernte Logopäde. Das außergewöhnliche Konzept scheint gut anzukommen: Die Karten für das Konzert am Freitag in seiner Heimatstadt Augsburg waren bereits eine Woche zuvor ausverkauft. Momentan tourt Kammerer mit seinem 19. Album „Samurai – Zwischen den Welten“ durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

„Wow“, sagt der 36-Jährige, als er die Bühne betritt und sich im voll besetzten Saal des historischen Parktheaters umsieht. „Das ist wohl das Highlight unserer Tour. Vor einem Jahr hätten wir uns das nicht vorstellen können.“ Nicht nur Menschen mit einem offensichtlichen Hang zum Spirituellen sind gekommen, um den Worten und Liedern Kammerers zu lauschen. Elegant gekleidete Herrschaften mittleren Alters oder Familien mit Kindern lassen sich von dem 36-Jährigen ebenso mitreißen wie barfüßige Mittzwanziger in weiten Hosen. Was macht Patrick Kammerer so besonders?

Kammerers Künstlername steht für die Anfangsbuchstaben von Sensitivität, Energie, Orientierung und Mut. Genau darum gehe es bei seinen Auftritten, er wolle seinen Zuhörern Kraft, Hoffnung und Inspiration schenken. „Ich glaube, dass viele Menschen vergessen haben, wie man sich begeistert“, sagt Kammerer während des Konzerts. Hinterlegt sind seine Worte mit meditativer Musik. „Heutzutage sprechen so viele Menschen von Erfolgsprinzipien.“ Seiner Meinung nach sei Begeisterung der Weg zu wahrhaftigem Erfolg. „Sei einfach so, wie du sein willst. Zieh dich an, wie du willst. Sing und tanz mehr oder ess mehr Pommes“, sagt Patrick Kammerer und lacht gemeinsam mit seinem Publikum. „Vielleicht haben wir dann am Ende unseres Lebens mehr echte Probleme und weniger eingebildete.“ Tosender Applaus.

Mit den Augen eines Kindes sehen

Dann folgt der erste Rap-Song. Er handelt davon, sich nicht zu verstellen, sondern an sich selbst zu glauben. Ein Thema, das sich durch viele der Texte und Lieder zieht. Kammerer wechselt während des Konzerts zwischen Rap, Vortrag und spirituellen Geschichten ab. Der 36-Jährige plädiert dabei unter anderem dafür, das Leben wieder mehr aus den Augen eines Kindes zu sehen, Stärke zu zeigen oder sich so zu lieben, wie man ist. Die ein oder andere platte Aussage macht Patrick Kammerer mit seiner Ausdrucksstärke und Bodenständigkeit wett. Man nimmt ihm jedes Wort ab, seine mitreißende, offene Art begeistert das Publikum sichtlich.

„Was er sagt, hat richtig Energie. Der lebt das, das spürt man“, bemerkt ein elegant gekleideter Herr mittleren Alters in der Pause. Viele Zuschauer sagen, dass Kammerer sie mit ihren Worten berühre. „Darin steckt so viel Wahrheit“, sagt eine Augsburgerin, die im Internet auf Kammerer aufmerksam geworden ist. „Er ist ganz auf dem Boden geblieben und einfach ein sehr sympathischer Mensch.“

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