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Sensemble Theater

16.08.2020

Saisonabschluss mit Improtheater

Birgit Linner und Jörg Schur improvisieren im Martinipark.
Bild: Mercan Fröhlich

Plus Birgit Linner und Jörg Schur bringen ihr Publikum im Martinipark ein ums andere Mal zum Lachen. Beide haben sichtlich Freude daran.

Zum Abschluss der Theatersaison kam ein Sahnehäubchen obendrauf: Im Martinipark endete das Impro-Festival des Sensemble-Theaters – mit dem bewährten Team Birgit Linner und Jörg Schur, das sich beim „Theatersport“ in einen Wettkampf begab, den keiner gewinnen konnte. Ganz einfach, weil es vom Publikum klatschend immer volle Punktzahl gab – und das verdient! Schade, dass die Vorstellung am Freitag wegen Regen ausfallen musste.

Am Samstagabend waren es nur die Mücken, die im Licht der Scheinwerfer herumschwirrten. Kurzerhand auf Publikumswunsch hin fiel den Mücken eine Hauptrolle zu. Birgit Linner und Jörg Schur sollten einen Western und einen Science-Fiction-Film spielen, nicht nacheinander, sondern sich, sobald es Musiker Marc Schmolling vorgab, in den anderen Film und die anderen Rollen beamen. Harte Kerle, Jonny und Jim, erledigten Mücken anstatt Schurken und verwandelten sich im nächsten Augenblick in einen Professor und seine Assistentin, die in einem Labor Mücken für ein Elixier züchteten, mit dem sie die Menschheit retten wollten. Blödsinn pur! Aber intelligent. Auf den Gesichtern der Zuschauer wollte das Lachen nicht mehr verschwinden; auch die Künstler, die ja vor jeder Szene selber nicht wussten, in welche Situationen sie sich manövrieren würden, hatten sichtlich Freude.

Das Publikum gab den Schauspielern Stichworte vor

Das „Sportliche“ bei diesem Theater bestand darin, dass sich Birgit Linner und Jörg Schur gegenseitig Aufgaben stellten, die zu bewältigen waren, mit Stichworten aus dem Publikum, wie: eine Hymne dichten und singen. Was tat jetzt der „Maulwurf“ in der Hymne? Oder: Eine „emotionale Achterbahn“ darstellen mit Gefühlen wie „Wut“, „Scham“, „Neugierde“ und „Panik“. Herrlich, wie souverän sich Birgit Linner darin als „Brezenbäckerin“ (auch so ein Publikumswunsch) bewährte, deren Lehrling ihr jeden Anlass für Gefühlsstürme gab. Etwa für die Wut, als sich der Lehrling beim Brezenschlingen in einem immer länger werdenden Teigstrang mit Armen und Beinen heillos verheddert. Klassischer Slapstick von Jörg Schur, super!

Das Glucksen des Publikums ging meist schon los, bevor die Szene gespielt wurde. Eine „Vorabendserie“, so die Ansage, sollte gespielt werden. Titel: „Die verbotene Stadt“. Spielort: China. Der Clou: Auf Zuruf in die andere Sprache wechseln, sprich, ins Chinesische, und zurück. Es hätte Chinesisch sein können, so echt klang das Kauderwelsch, in dem der Vater seiner Tochter Yin verbietet, mit Yang in die verbotene Stadt zu gehen. Marc Schmolling, der diese Szenen mit der passenden Musik gestaltete, zeigte sich auf seine Weise als souveräner Improvisationskünstler. Mit einer „Oper“, in der er nicht nur den großen Ton, sondern auch die Stimmen vorgab, die die Schauspieler mit Gesten ausfüllen sollten, war Schmolling bei der Zugabe noch ein besonderer Auftritt geschenkt.

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