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Die Tina-Turner-Story

19.01.2020

Sie kommt dem Idol Tina Turner maximal nah

Sie sehen sich ähnlich: Coco Fletcher und Tina Turner.
Foto: Mercan Fröhlich

Plus Dorothea "Coco" Flechter schaut Tina Turner verblüffend ähnlich. Und im Kongress am Park war nun auch zu hören, dass sie ihr stimmlich unglaublich nahe kommt.

Clevere Produzenten wie Bernhard Kurz profitieren von der Sehnsucht vieler Menschen, die Stars, die entweder bereits gestorben sind oder ihre Bühnenkarriere beendet haben, noch einmal „live“ zu erleben. Frei nach dem Turner-Hit „We Don’t Need Another Hero“ feiern sie das Double wie das Original. Die sogenannten Tribute-Shows haben Hochkonjunktur und scheinen für beide Seiten – Macher und Konsumenten – lukrativ.

Sie fokussieren sich auf zugkräftige Gesangsnummern und liefern eher alibimäßig ein paar biografische Querverweise in Form lapidarer szenischer Übergänge mit. Qualitätsgradmesser und Erfolgsgarant der Tribute-Konzerte ist das glückliche Casting-Händchen, das Interpreten findet, die stimmlich wie äußerlich der Legende möglichst nahekommen. Bernhard Kurz ist lange im Business und hat dieses Gespür etwa bei der Udo-Jürgens-Story (wir berichteten).

Bereits seit 2017 tourt die aufwändige Produktion „Simply the best – Die Tina Turner Story“ und stößt auch in diesem Jahr mit 60 Stationen in Deutschland und Österreich auf immense Resonanz beim Publikum, das sich die Tickets einiges kosten lässt. Das Turner-Fieber und -Feeling (zeitgleich läuft in Hamburg das Tina-Turner-Musical) heizt die Leute offensichtlich immer noch an, die am Samstagabend für einen ausverkauften Kongress am Park sorgten.

Sie kann die Posen von Tina Turner

Und damit zurück zum Glücksfall – denn mit der in Alabama geborenen Sängerin Dorothea „Coco“ Fletcher begegnet man einer unfassbar souveränen Vollblutsängerin, die übrigens viele Jahre mit Udo Jürgens auf der Bühne stand. Sie ist in jedem Moment zu 100 Prozent Soul, sieht aus wie die Rockröhre, kann die Posen von Tina Turner und powert und rockt, als gäbe es kein Morgen. Sie serviert die Evergreens der späten Comeback-Jahre im Turner-Timbre.

Sie schmettert „Private Dancer“, „Proud Mary“ und natürlich „What’s Love Got To Do With It“ ebenso überzeugend wie sie – scheinbar mühelos – die anspruchsvollen Titel wie „A Fool In Love“ singt, die im ersten Showteil in die „Kings of Rhythm“-Jahre und damit (zumindest musikalisch) zurück zur konfliktreichen Beziehung mit Ike Turner führten. Wow, echt grandios!

Schrill und überzogen musste Gitarrist und Sänger Vasti Jackson als Ike agieren, war musikalisch aber in jeder Phase ein starker Bühnenpartner. Auch das „Ikette“-Trio (Della Miles, Meimouna Coffi und Sharlie Pryce) bereicherte die Show und präsentierte sich tänzerisch wie stimmlich als aparter Background. Schauspieler Marten Krebs gab alles, um als ausgebuffter Klubbetreiber und später als von Turners Bühnenpotenzial überzeugter Agent Roger Davies das große Comeback über den kurzen Telefondraht voranzutreiben. Wie nachhaltig dies gelungen ist, machte die Turner-Show, die auch an einer perfekt besetzten Band nicht gespart hatte, in aller Lautstärke deutlich!

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