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Konzert

27.11.2019

Simon Phillips ist ein Schlagzeuger der Oberliga

Mit einem fulminanten Schlagzeug-Solo begeisterte Simon Phillips die Besucher im Spectrum.
Bild: Christian Gögler

Simon Phillips trommelte für Toto, Mick Jagger und viel andere. Im Spectrum zeigt er seine unglaubliche Schnelligkeit und Präzision.

Die Kollaborationen von Simon Phillips sind zahlreich: Asia, Peter Gabriel, Mick Jagger, Judas Priest, Mike Oldfield, Gary Moore, The Who, David Gilmour und Hans Zimmer sind nur einige Künstler auf seiner Liste. Die stilistische Bandbreite des begehrten amerikanischen Studio- und Live-Schlagzeugers ist enorm. Und die Größe seines Instruments, das beim Konzert im Spectrum auf der linken Bühnenseite aufgebaut steht, ist es auch. Bei der letzten Haltestelle dieser Tour in Augsburg ließ nicht nur ein fulminantes Schlagzeug-Solo das Publikum staunend und jubelnd zurück.

Bearbeitet Phillips die Felle seiner Doublebass-Drums, Toms, Snares und Octobans, einem seitlich am Kit befestigten Satz Röhrentrommeln, agiert er mit unglaublicher Schlagkraft, Schnelligkeit und Präzision. Lange Zeit arbeitete der Drummer für die Rockband Toto, wo er den 1992 gestorbenen Jeff Porcaro ersetzte. In der jetzigen Besetzung mit vier Begleitmusikern spielt er komplexen Jazzrock. Die Melodie führen meist die Saxofone des jungen Jacob Scesney, der vollen Körpereinsatz zeigt, sich reinlegt und aufdreht, zuweilen schräg und irre laut. In der verträumten Fusion-Ballade „First Orbit“ erlebt man ihn dagegen weich und zart.

Himmelwärts strebende Melodien

Ohne Bruch durch die sonst vorgesehene Pause gleiten Phillips und Band direkt in den zweiten Konzertteil. Acht Stücke, zwei lange Soli und eine Zugabe genügen für einen reich gefüllten Abend mit vielschichtiger, spannender und technisch brillanter Instrumentalmusik. Alle Stücke dehnen und ziehen oft wilde Ausritte in die Improvisation. Selbstvergessen bearbeiten dann die Musiker E-Gitarre, Saxofone, Keyboards und Bass – nicht im Wettstreit, sondern entspannt einer nach dem anderen. Manchmal spielen Gitarre und Saxofon synchron nebeneinander und zaubern himmelwärts strebende Melodien.

Gleich mehrmals stellt Phillips seine „erstaunlichen Musiker“ vor und zeigt gern, dass er trotz der vielen Jahre in den USA seinen britischen Humor nicht verlernt hat. Im Januar stehen einige US-Termine an, im März tourt er mit Michael Schenker durch Japan und im Mai wird er bei der Tournee von Gianna Nannini die Stöcke in die Hand nehmen. So rhythmisch vertrackt wie vor dem kleinen Fankreis im Spectrum wird sich Simon Phillips mit der italienischen Rockröhre sicherlich nicht austoben. Ein Schlagzeuger der Oberliga.

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