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Ausstellung

18.03.2019

Szilard Huszanks vertraute, fremde Landschaften

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2 Bilder
Die Motive der Natur sind nicht in allen seinen Werken so leicht zu erkennen: Szilard Huszank stellt in der Ecke Galerie Augsburg aus.
Bild: Ulrich Wagner

Szilard Huszank zeigt in der Ecke Galerie ein spannendes Hin und Her aus Abstraktem und Gegenständlichem. Er schafft neue Räume.

Wo der Blick in diesem rastlosen Farbenspiel auch hinfällt, er bleibt hängen. Pastelltöne wechseln mit dunklen, kräftigen Nuancen, die Pinselstriche wirren durcheinander. Während der Betrachter zu verstehen versucht, was er vor sich sieht, zieht ihn das Bild immer tiefer in seinen Bann. Und plötzlich – da in der Mitte – sind das nicht Baumstämme? Winden sich da nicht Gräser im Hintergrund? Sind das nicht weiter vorne kleine Wurzeln? Die Gedanken begeben sich auf Wanderschaft, schaffen ein Waldstück, das einem ungeheuer vertraut vorkommt und gleichzeitig doch so fremd.

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Unter dem Titel „Back and Forth“ zeigt Szilard Huszank eine Auswahl seiner Bilder in der Augsburger Ecke Galerie. Nicht alle der Werke sind aktuell, da der Künstler zeitgleich in der New Yorker Foley Gallery und in Hamburg ausstellt. Es ist ein spannungsgeladenes Hin und Her, zwischen Fläche und Tiefe, Gegenständlichem und Abstraktem, zarten und leuchtenden Farbakkorden. Huszank selbst bezeichnet seine Werke als „Landschaftscollagen“ oder „Imaginäre Landschaften“, LC oder IL. So beginnen alle Titel seiner Gemälde, darauf folgen nur noch die jeweilige Nummer, die Größe und wann es entstanden ist; das war’s, kein klangvoller Name, keine näheren Beschreibungen.

Immer weiter weg von realistischen Landschaften

Nur, wieso eigentlich Collagen, wenn es sich eindeutig um Ölmalerei auf Leinwand handelt? „Collagen sind diese Gemälde nur im übertragenen Sinn, insofern in ihnen keine realen Landschaften abgeschildert, sondern Bildlandschaften zusammengesetzt, synthetisiert, im Wortsinn komponiert werden“, erklärt der Kunsthistoriker Peter Lodermeyer in einem Katalogtext zu Huszanks Landschaftscollagen. Ebenso spricht Mechthild Müller-Hennig vom Museum Oberschönenfeld von Kompositionen, als sie bei der Vernissage in das Schaffen des international beachteten Künstlers einführt. Und zwar von „Kompositionen, die Erinnertes wiedergeben und auf neue Weise zusammenfügen“.

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Die Gemälde aus den Jahren 2017 und 2018 veranschaulichen, wie sich Huszank immer weiter von der realistischen Landschaft entfernt. Die verfremdenden Elemente nehmen zu, dominieren in vielen Bildern. Oft sind die Motive der Natur in den grellen Farbwirbeln nur schwer zu erkennen. Doch sie sind da, Steine, Bäume, Blätter, Rinnsale, Bäche, Seen, ja sogar Wasserfälle. Die Grenze hin zur Abstraktion überschreitet Huszank somit nie ganz, er bewegt sich nach wie vor zwischen den beiden Polen.

Ein kräftig pulsierender Dschungel

Als „Wandler zwischen zwei Welten“ bezeichnet ihn auch Müller-Hennig. 1980 in Ungarn geboren, studierte Huszank lange parallel an zwei Institutionen, in Budapest und an der Kunstakademie in Nürnberg, wo er 2009 Meisterschüler von Prof. Peter Angermann war. Heute lebt er mit seiner Familie in Maingründel bei Oberschönenfeld (Landkreis Augsburg).

Wer in der Schau an den Gemälden Huszanks vorbeischreitet, muss innehalten, um die abstrakt wirkende Oberfläche zu durchbrechen. Die andere Möglichkeit ist, die vielschichtige und handwerklich aufwendige Gestaltung des Künstlers in den Blick zu nehmen oder seine Gedanken auf eine Reise zu schicken: durch einen pastellfarbene Birkenwald, einen blau und rosa leuchtenden Feenhain hinein in einen kräftig pulsierenden Dschungel.

Je weiter die Landschaft als konkretes Motiv von der Leinwand verschwindet, desto lebendiger scheint sie sich in der Fantasie zu formen. Beflügelt durch das faszinierende Farbenspiel, die Mischung aus amorphen und grafischen Elementen, die in sich greifenden Ebenen und Schattierungen. Der Betrachter kommt dabei nie zur Ruhe, findet stets Neues in diesem imaginären Stück Natur.

„Back and Forth“ ist bis Samstag, 27. April, in der Ecke Galerie Augsburg zu sehen, mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 13 bis 16 Uhr.

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