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Konzert

13.11.2019

Toller Kerl, dieser Max Mutzke

Jeder Ton sitzt: Max Mutzke in Gersthofen.
Foto: Bernd Rottmann

Mit der SWR Big Band gibt der ehemalige Eurovision Song Contest-Teilnehmer ein beeindruckendes Konzert in der Stadthalle Gersthofen.

„Eine der besten Big Bands der Welt“, wie der Manager der SWR Big Band seine 17-köpfige Formation ankündigte, nun ja, aber sicherlich eine sehr gute Big Band mit Affinität zu popmusikalischen Projekten tourt mit Max Mutzke durch die Republik und machte am Dienstag auch in der prall gefüllten Stadthalle Gersthofen Halt. Einer der deutschen Top-Sänger trifft also auf einen mächtigen Klangkörper, der hier nicht wie einst bei den großen amerikanischen Entertainern als swingendes Jazzorchester eingesetzt wird. Die Band besitzt diese Qualitäten ohne Zweifel, aber ganz im Sinne der Musik besinnt sie sich auf ein songdienliches Begleiten, das mit seiner klanglichen Vielschichtigkeit und den durchdachten Arrangements punktet.

Ein ganz großer im Showgeschäft

Dabei beeindruckt das Konzert vom ersten Moment an mit hoher Professionalität. Die Band beginnt den Abend mit einer Instrumentalnummer, wo sich die Solisten Axel Kühn, Marc Godfroid (sensationell!) und Decebal Badila schon einmal profilieren dürfen. Als daraufhin zunächst die Backgroundsänger mit dem etwas zweifelhaften Namen „Sugar Daddies“ und danach mit Max Mutzke der Star des Abends auf die Bühne kommen, ändert sich der Klang der Band vom knalligen Big Band Sound zu professionell poppig gemischtem ausgewogenen Klangspektrum, das die leisen Stellen der Flöten gut stützt, aber in satten Trompetenkicks die nötige Zurückhaltung beweist. Sehr gute Arbeit der Tontechniker also.

Überhaupt schafft Mutzke es, das vielleicht etwas in die Jahre gekommene Konstrukt einer Big Band in seine Bühnenarbeit zu integrieren. Er ist nicht nur Teil der Band, er teilt auch mit der Band – und zwar seinen Durst nach Interaktion, den Drang, gemeinsam gute Musik machen zu wollen, seine gute Laune, seine Präsenz, die Kunst, das Publikum mit einzubinden – ein ganz Großer des Showgeschäfts also!

Aber noch stärker ist Mutzke als Sänger. Er besitzt eine unfassbare Kondition in den hohen Lagen, jeder Ton sitzt, auch noch nach zwei Stunden Konzert und drei Zugaben in der sehr intensiv ruhigen Slow-Motion-Version von Claptons „Tears in heaven“. Sein musikalischer Background ist allerdings der amerikanische Rhythm and Blues, der neben einigen deutschen Eigenkompositionen immer wieder in stark arrangierten Coverversionen berühmter Hits (z.B. „Me and Mrs. Jones“) im Programm auftaucht.

Hier zeigt sich eine weitere Stärke: Mutzke kann beide Sprachen im Gesang darstellen. Bärenstark etwa bei Alicia Keys „Empire State Of Mind“, das in fulminanter Tanzversion daher kommt und alle Zuhörer aus den Sesseln drückt, oder bei Mutzkes großem Eurovision Song Contest-Hit „Can’t Wait Until Tonight“, der statt als Ballade in zehnminütiger achtellastiger Dancepop-Variante daherkommt. Ein starker Entertainer mit Weltklasse-Stimme für alle Altersklassen, juvenile Wortwahl trifft auf charmant-kitschige Ansagen. Hell yeah! Er darf uns gerne wieder beehren.

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