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Konzert

18.08.2019

Volle Südtirol-Power mit Unantastbar

Joachim Bergmeister von Unantastbar zeigt, wo es im ausverkauften Spectrum Club in Augsburg lang geht.
Bild: Mercan Fröhlich

Die Punk-Rocker geben im ausverkauften Spectrum kräftig Gas. Früher standen sie im Ruf rechts zu sein, darauf deutet heute nichts mehr hin.

Die Stimmung war genial. Man fühlte sich zurückerinnert an Zeiten der Neuen Deutschen Welle. Wer in den früheren 1980er Jahren jemals auf einem Joachim-Witt-Konzert („Goldener Reiter) oder einem Auftritt von United Balls („Togo in Pogo“) war, kann es sich vorstellen. Der Unterschied war lediglich, dass rund 700 Fans im ausverkauften Augsburger Spectrum nicht zur Musik irgendwelcher NDW-Stars grölten, sondern die Songs der Punk-Rockband Unantastbar lauthals mitsangen. Ein sehr illustres, aber auch freundliches Publikum. Viele ausgestattet mit „Unantastbar“-T-Shirts oder gänzlich oberkörperfrei. Der Bierumsatz kletterte minütlich nach oben.

Dabei gab es Zeiten, da wurde für die Südtiroler Band schon auch mal die Halle gesperrt. Unantastbar galt als Rechtsrock-Band. Grund dafür war, dass Sänger Joachim Bergmeister als Jugendlicher bei der Rechtsrock-Band „Kaiserjäger“ spielte. Doch Unantastbar ist es seit jeher wichtig, sich von diesem Ruf zu distanzieren. „Unantastbar hat mit politischen Extremen nichts am Hut. Wir lieben unser schönes Südtirol, doch wir haben keine Lust auf irgendwelche stumpfen Parolen, egal ob aus der linken oder rechten Ecke. Unsere Musik soll da sein, um Spaß zu haben“, steht auch auf der Homepage der Band. Deshalb auch vorneweg: Auf eine rechte Gesinnung deutete im Spectrum gar nichts hin – weder auf der Bühne noch im Publikum.

Unantastbar kann auch anders, sehr bewegend sogar

Klar, die fünf Punker auf der Bühne machen keinen Hehl daraus, was sie denken und fühlen, und schließen dass dann schon mal ab mit „Egal mir scheißegal, Ihr könnt mich alle mal.“ Einer der Hits, mit dem die Gruppe auch das Lebensgefühl vieler ihrer Fans trift.

Doch Unantastbar kann auch ganz anders. Sogar sehr bewegend, wenn Bergmeister „Du fehlst“ singt, dass er seinem Opa gewidmet hat. Der Text hat zwar durchaus Ähnlichkeiten mit dem Hit „Großvater“ der österreichischen Combo „STS“, allerdings musikalisch ist „Du fehlst“ von einer unglaublichen Wucht. Und Unantastbar treffen den Nerv ihrer Gemeinde, die ihnen bei Songs wie „Rebellion“ und „Nur noch diese Lieder“ an den Lippen hängt. Richtig laut wird es dann auch bei „Unsere Waffen.“ Das richtet sich an alle „Außenseiter und „Grenzen-Überschreiter“. Schließlich rief „Unantastbar“ noch zum „Kampf gegen die Stille“ auf. Diesen haben sie an diesem Abend haushoch gewonnen.

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