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Hochzoller Advent

05.12.2019

Weihnachtsshopping für den guten Zweck

Annemarie Karrer verkauft am Stand der Kindernothilfe allerlei Selbstgemachtes. Die 76-Jährige ist schon zum sechsten Mal beim „Hochzoller Advent“ dabei.
Bild: Zoepf

Wer hier Geschenke kauft oder Glühwein trinkt, engagiert sich gleichzeitig für gemeinnützige Projekte

Auf den ersten Blick unterscheidet die Buden, die am ersten Adventswochenende zwischen Pfarrkirche Heilig Geist und Bürgertreff Hochzoll aufgebaut sind, nicht viel von anderen Weihnachtsmärkten. Glühwein kann man dort kaufen, Punsch, gebrannte Mandeln, Bratwurstsemmeln – das Übliche. Das Konzept des „Hochzoller Advents“, der heuer das sechste Mal stattfindet, ist allerdings ein besonderes.

Unter den Organisationen, die bei dem Adventsmarkt mitwirken, findet sich keine kommerzielle. Der Glühwein wird vom Bürgertreff angeboten, die gebrannten Mandeln nach eigener Rezeptur verkauft der Stadtjugendring. „Wir bekommen jedes Jahr auch Anfragen von kommerziellen Anbietern“, sagt Gregor Lang. Er ist Vorstand des Bürgertreffs Hochzoll, der den Adventsmarkt zusammen mit der Pfarrereiengemeinschaft Heilig Geist und Zwölf Apostel sowie der Aktionsgemeinschaft Hochzoll organisiert. In den ersten Jahren hätten diese Anfragen noch für Diskussionen gesorgt. Inzwischen sei die gemeinnützige Orientierung des Adventsmarkts Konsens. „So, wie es ist, läuft es prima“, sagt Lang.

Dieser Meinung ist auch Heidemarie Karrer. Sehr harmonisch laufe der verhältnismäßig kleine Adventsmarkt jedes Jahr ab. Am Stand der Kindernothilfe im Bürgerhaus verkauft die 76-Jährige allerlei Selbstgemachtes, von gestrickten Socken bis Christbaumdekoration. „Ich mache das unheimlich gern“, sagt Karrer. Sie freut sich auf Weihnachten. Durch ihr Engagement will sie andere, weniger Privilegierte an ihrer Freude teilhaben lassen. Denn die Erlöse spenden Karrer und ihre Kollegen. Einen Teil an die Kindernothilfe, der andere Teil kommt Hochzoller Familien zugute.

Weihnachtsshopping für den guten Zweck

Auch nebenan, an den Ständen des Weltladens Zwölf Apostel und der Stiftung Sankt Johannes, sammelt man Spenden für Hochzoll. Jede Organisation, die auf dem Adventsmarkt vertreten ist, zahlt einen Teil ihres Erlöses in einen Sozialfonds ein. Daraus werden dann Projekte wie etwa Ausflüge für Kinder aus sozial schwachen Familien finanziert, erzählt Gregor Lang. Wie viel die jeweilige Organisation spendet, sei ihr selbst überlassen. Denn auch der andere Teil des Erlöses ist schließlich für einen guten Zweck. Der Weltladen Zwölf Apostel etwa setzt sich für einen fairen und nachhaltigen Welthandel ein, durch die Einnahmen der Stiftung Sankt Johannes wird die Arbeit von Menschen mit Behinderung unterstützt.

Und auch über das Sammeln von Spenden hinaus habe der Adventsmarkt einen wichtigen gemeinnützigen Effekt, betont Lang. Hochzoller Bürger können sich an diesem Wochenende vernetzen, kennenlernen und austauschen – und sich gemeinsam, abseits von Konsum und Stress auf Weihnachten freuen. Während es in der Innenstadt am „Black Friday“-Wochenende hektisch zugeht, herrscht in Hochzoll gemütliche Stimmung. Bei Kaffee und Kuchen sitzen die Besucher im Bürgerhaus zusammen, am Lagerfeuer vor der Heilig-Geist-Kirche erklingt Piano-Musik. Richtig weihnachtlich eben.

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