Fugger und Welser

18.10.2018

Wie die Fugger handelten

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum ist um eine neue interaktive Station reicher: eine Karte, die ein Missverständnis aus der Welt räumt.

Wie verdienten die Fugger eigentlich ihr Geld? Der Experte Martin Kluger glaubt, dass es da einen weitverbreiteten Irrtum gebe. „Die Fugger verdienten ihr Geld nicht mit Bankgeschäften und dem Handel mit Gewürzen und Textilien, sondern mit Kupferabbau und Kupferhandel.“ Im Fugger und Welser Erlebnismuseum will er das mit einer neuen Station zeigen. Geld verdienten die Fugger insbesondere mit Kupfer, weil es in Indien reißenden Absatz fand. Kluger erklärt: „Die Inder waren damals viel fortschrittlicher als die Europäer. Gold, Silber, Gewürze, sie hatten eigentlich alles. Außer Kupfer.“ Dass die Fugger im 16. Jahrhundert um die 80 Prozent des europäischen Kupferabbaus kontrollierten, verdeutlicht ihre herausragende Stellung.

Eine neue animierte Karte im Museum zeigt nun, auf welchen Wegen die Fugger die Metalle aus Abbaugebieten in Österreich und der heutigen Slowakei über den Kontinent schickten. Auf Wägen, Flößen und Schiffen gingen sie quer durch Europa. Auf portugiesischen Schiffen gelangte das Kupfer schließlich bis nach Indien. Die Museumsbesucher können auf einer zweiten neuen und interaktiven Karte den Seeweg des Metalls nach Indien mitsamt seinen Zwischenstationen in exotischen Orten wie Dakar und Mosambik nachvollziehen.

Das Museum ist ein Vorzeigeprojekt

Mit seinem Ansatz, die Geschichte der Fugger und Welser nicht mit historischen Exponaten, sondern mit neuen technischen Möglichkeiten zu erzählen, ist das Museum deutschlandweit zu einem Vorbildprojekt geworden. Kürzlich besichtigte zum Beispiel eine Delegation aus Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) das Museum. Die Schwetzinger holten sich in Augsburg Inspirationen für ein Besucherzentrum, das dort derzeit geplant wird.

Eines der Ausstellungsstücke des Augsburger Erlebnismuseums wurde jetzt außerdem mit dem German Design Award 2019 ausgezeichnet. Für die Umsetzung war, wie auch für die beiden neuen Stationen, die Augsburger Agentur Liquid verantwortlich. Sie haben den Tisch erfunden, auf den Besucher verschiedene Karten auflegen können, woraufhin verschiedene Projektionen gestartet werden.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%2020190417141004_00001.tif
Tuaichs Thesen

Kolumne: Wenn der Denkmalschutz den Zorn entfacht

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden