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Interview

01.11.2019

Wilhelm F. Walz organsiert aus Treue zum Theater ein Konzert

Wilhelm F. Walz organisiert ein großes Benefizkonzert zugunsten des Staatstheaters und möchte mit Beethovens „Fidelio“ auch die Treue zu einer Institution, zu einem Partner und zu Menschen ganz allgemein darstellen.
Bild: Mercan Fröhlich

Wilhelm F. Walz dirigiert Beethovens „Fidelio“ als Benefiz-Opernabend zugunsten des Staatstheaters und möchte so dem Haus etwas zurückgeben.

Zum zweiten Mal – nach Richard Wagners „Walküre“ – findet ein Benefizkonzert für das Staatstheater Augsburg aufgrund einer Privatinitiative statt. Worum geht es Ihnen als ehemaliger langjähriger Konzertmeister der Augsburger Philharmoniker dabei?

Wilhelm F. Walz: Das Theater Augsburg war über viele Jahre hinweg zu siebzig Prozent mein beruflicher Arbeitsplatz. Und deshalb möchte ich mit meinen Möglichkeiten etwas zurückgeben und einen Teil zur Sanierung beitragen. Ich hatte die Idee, mit meinem Residenzorchester der jährlichen Fronhof-Konzerte, mit der Suk-Symphony Prag, ein Konzert zu geben. Herauskristallisiert hat sich dann Beethovens Oper „Fidelio“.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

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Walz: Zum einen habe ich schon einmal, vor acht Jahren, Beethovens „Fidelio“ mit befreundeten Sängern aufgeführt, zum anderen denke ich, dass das eine Oper ist, die den Begriff der Freiheit beleuchtet und die Treue zu einer Institution, zu einem Partner, zu Menschen überhaupt darstellt.

Der Heldentenor Gerhard Siegel hatte die „Walküre“ initiiert, Sie nun den „Fidelio“, bei dem Siegel als Florestan wieder zu hören sein wird. Könnte da nicht eine Allianz, eine Phalanx zugunsten des Staatstheaters entstehen? Bis zur Wiedereröffnung des Großen Hauses 2023 sind es ja noch ein paar Jahre, in denen weitere Benefiz-Opernabende oder -Konzerte folgen können.

Walz: Das kann ich mir absolut vorstellen, zumal ich bereits aus München suggeriert bekommen habe, dass sich das Rundfunkorchester des Bayerischen Rundfunks mit einem Konzert in Augsburg an der Theatersanierung beteiligen würde. Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, hat mir die Beteiligung des Rundfunkorchesters zugesichert.

Statt der Augsburger Philharmoniker, die ja schon vor Ort wären, werden Sie beim „Fidelio“ aber die Suk-Symphony Prag dirigieren, wie kam es zu dieser Entscheidung?

Walz: Vor zwei Jahren sprach ich mit Intendant André Bücker über die Idee des Benefizabends und er fragte mich, ob ich diesen nicht mit den Philharmonikern machen wolle. Für mich war aber wichtig, dass eine Abwechslung der Protagonisten bei den Benefiz-Veranstaltungen stattfindet, um dem Publikum neue Künstler zu präsentieren.

Auf wie viel Erlös hoffen Sie, und was soll dann mit dem Geld geschehen?

Walz: Ich hoffe, dem Staatstheater rund 40000 Euro zur Verfügung stellen zu können. Zweck der Sache ist, einen neuen Bechstein-C-Flügel für den künftigen Konzert- und Orchester-Probensaal anzuschaffen.


Der Termin für das Benefizkonzert

Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“ erklingt als Benefizkonzert zugunsten des Staatstheaters Augsburg am Sonntag, 24. November, 19 Uhr, in der Kongresshalle. Die Suk-Symphony Prag wird dirigiert von Wilhelm F. Walz; als Solisten sind u.a. zu hören: Gerhard Siegel (Florestan), Katerina Hebelková als Leonore, Andreas Macco als Kerkermeister Rocco und Marie Heeschen als Marzelline. Des Weiteren sind zu hören: der gemischte Chor der Augsburger Domsingknaben sowie Jacques Malan als Erzähler. Der Vorverkauf zu Preisen zwischen 50 und 95 Euro hat am Staatstheater begonnen.

Die Termine für die Rokoko-Soireen

Format Die Rokokosaal-Soireen gehen an diesem Wochenende in ihre vierte Spielzeit. Veranstaltet werden sie von dem Seraphin-Trio um Wilhelm F. Walz und Julien Chappot sowie dem Verein Konzerte im Fronhof. Insgesamt stehen fünf Termine an. Die Konzerte beginnen um 17 Uhr, dauern rund eine Stunde ohne Pause und bieten im Anschluss die Möglichkeit, bei einem Get-together ins Gespräch mit den Musikern zu kommen.

Auftaktkonzert Julien Chappot (Cello) und Verena Metzger (Klavier) spielen am Sonntag, 3. November, um 17 Uhr Violoncello-Sonaten. Zu hören sein wird Ludwig van Beethovens 4. Sonate für Klavier und Cello, Robert Schumanns fünf Stücke in Volkston und Dimitri Schostakowitschs Sonate für Cello und Klavier.

Weitere Termine Die Konzertreihe wird am Sonntag, 26. Januar, mit einem Auftritt von Isabell Münsch und Geoffrey Abbott fortgesetzt. Am Sonntag, 8. März, sind Julius Berger und Margarita Höhenrieder zu hören. Am 22. März steht ein Sonderkonzert zu Beethoven auf dem Programm. Zum Abschluss tritt das Seraphin-Trio am 3. Mai auf.

Karten Tickets gibt es im Fronhof- Konzertbüro unter 0821/ 650 79 883 sowie beim AZ-Ticketservice unter 0821/777-3410.

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