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Kabarett

12.04.2019

Wolfgang Krebs und der ewige Ministerpräsident

Wolfgang Krebs in seiner Paraderolle als Edmund Stoiber.
Bild: Siegfried Kerpf

Wolfgang Krebs stellt in der Stadthalle Gersthofen sein neues Programm „Geh zu, bleib da“ vor.

„Man hält mich für meinen eigenen Gärtner“, erzählte Wolfgang Krebs seinem Publikum, als er während der Zugabe ohne Rollenverkleidung auf der Bühne stand. Zuvor gab der Kabarettist und Wortakrobat sich als Double von Politikern wie Edmund Stoiber und Horst Seehofer aus. Der 52-Jährige ist bekannt aus Funk und Fernsehen, parodiert bevorzugt bayerische Ministerpräsidenten. Nun präsentierte Krebs sein neues Bühnenprogramm „Geh zu, bleib da“, einer Hommage an das bayerisch-ländliche Ethos, bei dem eine Hand die andere wäscht.

Alias „Schorsch Scheberl“, einem bestens vernetzten Unternehmer aus „Untergamskobenzeißgrubengernhaferlverdimmering“, führte der Parodist durch den Abend und hat dazu politische Größen eingeladen, umrahmt von amüsanten Werbeeinspielern der „Schorsch Scheberl Holding“. Als erster Redner betrat Edmund Stoiber das Podium und begrüßte die „Gerstenhofer und die anderen Brasilianer“. Wild gestikulierend blickte der Wortverdreher zurück auf die Landtagswahl und die neu geschmiedete „Koalation aus CSU und CSU.“ Schuld am Wahlausgang hätten die „Zugroasten“ gehabt. „Stoiber“ verriet interne Pläne von „Horst Seevogel“, dass Bremen und das Ruhrgebiet zu sicheren Drittstaaten erklärt werden sollen. In der Figur des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten warnte Krebs vor der „gelben Gefahr aus Amerika, dem Mann mit dem Schauermund … äh Mauerschund.“ Aber auch die Herausforderungen in Europa lagen ihm am Herzen. Die einen hätten Probleme mit den Gelbwesten, die anderen mit den Geldresten. Bezüglich der anstehenden Europawahl warnte „Stoiber“ selbstironisch vor den „Popolisten“ – für diese sei die „Migration Mutter aller polemischen Probleme.“

Lothar Matthäus als neuer Außenminister

Auch die Digitalisierung war ein Thema: Heute säße kein Chinese mehr an der Straße und erzählte sich was, so „Stoiber“. Eines Tages würde der chinesische Roboter den Bayern die Schweinshaxe mit Stäbchen füttern. Bezüglich des Netzausbaus sollen die Gersthofer „fünf G-Punkte“ bekommen. „Great Bavaria, make again“ lautete deshalb das Motto. Dazu soll Lothar Matthäus als neuer Außenminister eingestellt werden, dieser sei nämlich harte Verhandlungen in Osteuropa gewöhnt.

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Neben seiner Paraderolle „Stoiber“ parodierte Krebs „Ministerpräsent“ Günther Beckstein, den „Weltvorsitzenden der freien Quäler“ Hubert Aiwanger, den „Minister für Innereien“ Joachim „äh“ Herrmann und „Horst Seehofer“. Letzterer bezeichnete den stellvertretenden Ministerpräsidenten Italiens als „Björn Höcke al arrabiata“. Einer durfte in dem Reigen natürlich nicht fehlen – „Markus Söder“. Dieser stellte seinen neuen 5-Punkte Plan vor, frei nach dem fränkischen Motto: „Wer dem anderen eine Bratwurst brät, hat ein Bratwurstbratgerät.“

Für Krebs neues Programm war Baulöwe König Ludwig II von den Toten auferstanden. Dieser erzählte, dass er heute von Wagners Musik Kopfschmerzen bekommt und deshalb nur noch Helene Fischer hört. Dem Publikum riet er: „Bauen sie doch mal was Schönes.“ Ein amüsanter Abend mit äußerst bissigem, aber kultiviertem Humor.

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