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Augsburger Philharmoniker

26.11.2018

Zwei Märchen in einem Familienkonzert

Die Augsburger Philharmoniker erzählen in ihrem zweiten Familienkonzert die Märchen "König Karotte" und "Crespino und König Tulpian" musikalisch.

Das zweite Familienkonzert stand am Sonntagnachmittag in der Stadthalle Gersthofen unter einem königlichen Motto. Zum einen das Märchen um „König Karotte“, dem selbst ernannten Herrscher im Gemüsegarten, und zum anderen das Märchen „Crespino und König Tulpian“. Darin geht es um den kleinen Hofnarr Crespino, der dem König Tulpian ein besonderes Geschenk zum Geburtstag überreicht.

Das Orchester nahm zu Beginn die Kinder mit auf eine Reise in die Welt der Operette. Zu Ausschnitten von Jacques Offenbachs „Le Roi Carotte“ erzählte die Sprecherin Katja Schild das ungewisse und endliche Leben des Gartengemüses – ein Hörbuch zum Miterleben. Das Orchester spielte, fast schon in einer sinfonischen Besetzung, unter der Leitung von Generalmusikdirektor Domonkos Héja mit Schwung und Heiterkeit. Flotte Stücke, aber auch tänzerische Walzer sorgten für große Begeisterung bei den Kindern.

Für Kinder vielleicht ungewohnt, aber das gehört dazu

Der zweite Teil des Konzerts war für die jungen Zuhörer merklich ungreifbar, es kam im Saal immer wieder Unruhe auf. Aus musikalischer Sicht war das Stück um Crespino aber nicht uninteressant. Musik und Text wurden von Meinrad Schmitt geschrieben, einem bekannten zeitgenössischen Komponisten. Seine Musik ist auf den ersten Blick gar nicht so zeitgenössisch: Einige Parallelen zu Prokofjew sind zu erkennen, stellenweise Strawinsky, aber auch Attribute amerikanischer Musik, wie zum Beispiel von George Gershwin. Im Stück wurde auch der ein oder andere Ausschnitt von Mozart verarbeitet – eine beeindruckende kompositorische Raffinesse. Für Kinder mag die Diversität an farbenfrohen, abwechslungsreichen und virtuosen Abschnitten ungewohnt sein. Aber das gehört zur musikalischen Entwicklung der jungen Zuhörer dazu: Musik ist nicht immer etwas zum Schunkeln und Tanzen.

Bettina Aust, Solo-Klarinettistin der Philharmoniker, spielte ihre anspruchsvollen Passagen grandios. Als Solistin war sie die musikalische Stimme des Protagonisten Crespino. Dieser schenkt seinem König eine Spieluhr, welche programmatisch vom Schlagwerk der Philharmoniker untermalt wurde. Spätere Jagdszenen wurden von den Blechbläsern brillant begleitet, die Streicher sorgten für warme und vertraute Klänge am nächsten Morgen. Doch als Angreifer den Königshof zu stürmen versuchten, wird Crespino zum Helden, als er diese mit der Spieluhr verzaubert. Das ganze Orchester feiert die Heldentat in einem majestätischen Finale. Eine tolle Vorstellung.

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