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Das Finale von „Sound&Water“: Im Annahof ist Musik zu hören, die originell ist und vereinnahmt.

Augsburg

Glück mit dem Wetter und betörend von künstlerischer Seite: Water&Sound im Annahof

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    Das Duo Tarta Relena dürfte mit seinem Auftritt beim „Water&Sound“-Festival im Annahof viele neue Fans gewonnen haben.
    Das Duo Tarta Relena dürfte mit seinem Auftritt beim „Water&Sound“-Festival im Annahof viele neue Fans gewonnen haben. Foto: Anna Kondratenko

    Es war fast ein kleines Wunder, in jedem Fall ein absolut perfektes (Wetter)-Timing für einen ungemein inspirierenden, von bemerkenswerter weiblicher Vokal-Energie geprägten Weltmusikabend. Keine 30 Sekunden, nachdem sich die charismatische brasilianische Singer-Songwriterin, Poetin und Multi-Instrumentalistin Ana Frango Elétrico – derzeit international gefeiert als Ikone ihrer heimischen Indie-Szene – samt eigener Band kurz vor 23 Uhr und nach der von einem sichtlich begeisterten Publikum eingeforderten Zugabe mit einem „Good Night Augsburg“ verabschiedete, setzte der Regen wieder ein.

    Der Regen hatte an diesem Tag pünktlich zum Start des ersten von zwei Anna-Hof-Konzerten im Rahmen von „Water & Sound 2025“ pausiert. Das war gut so, denn jeder Programmpunkt, den der künstlerische Leiter Girisha Fernando für die diesjährige Edition seines nachhaltigen Festivals buchen konnte, das mit dem Motto „Rivers“ in diesem Jahr die kulturelle, historische und ökologische Bedeutung von Flüssen als Lebensadern für die Menschheit ins Zentrum rückt, hatte ein großes Publikum verdient. Rund 1000 begeisterte Menschen fanden am Ende vor der Open-Air-Bühne zusammen, die die musikalischen Umbau-Pausen nutzten, um sich von den kulinarischen Spezialitäten der am Festival beteiligten Augsburger Vereine verwöhnen zu lassen.

    Zum Auftakt tritt bei Water & Sound die in Augsburg lebende Ceci auf

    Vereinnahmend und originell waren sie alle, unausweichlich „tanzbar“ dank purer positiver Vibes und einem prächtig abgemischten Sound vor allem das Finale. Ana Frango Elétrico verfügt nicht nur über eine sensationelle Präsenz und eine wandelbare, lockend-laszive Stimme, die sie auch mal gackern und gurren lässt, sondern legt mit ihrem flippig-charmanten Crossover von Bossa Nova, Jazz, Funk und experimentellen Klängen eine individuelle Spur, die im Ohr sofort Vertrauen und Entspannung weckt.

    Träumerisch und leicht melancholisch, ebenfalls voller Verspieltheit, aber auch mit einem Hauch von Verletzlichkeit gefielen die Indie Pop-inspirierten Songs der erst 23 Jahre alten in Köln geborenen und jetzt in Augsburg lebenden Deutsch-Kanadierin Ceci. Dynamisch fein ausgefeilt, bisweilen mit einer dezent rockigen Note und Jazz-Feeling regen sie die Fantasie, die gute Laune und eine liebevolle, tolerante Haltung gegenüber sich selbst und seinem Gegenüber an. Als Opener des Abends wurde Ceci diesmal von Susie Lotter am Bass und von Drummer Nick Hermann begleitet. Ob die Kategorie „Bedroom-Pop“ ihre Musik treffend umschreibt, müssen ihre konstant zunehmenden Fans sicher am besten wissen.

    Eine betörende und außergewöhnliche Performance von „Tarta Relena“ im Annahof

    Viele neue Fans dürfte das katalanische Duo „Tarta Relena“ mit seiner schlichtweg sinnlich betörenden und außergewöhnlichen Performance sowie einer herausragenden vokalen Intensität und Qualität gewonnen haben. Mit ihren beiden Stimmen, die zu einer Einheit verschmelzen und doch über individuelle Klangfarben verfügen, mit beigesteuerter Elektronik, Hall-Effekt, Klatschen, beschwörenden Gesten und Gongschlägen gelang es den beiden Sängerinnen Helena Ros und Marta Torrella aus Minimalem das Maximale herauszuholen. Traditionelles Liedgut interpretieren sie modern, finden das Ideal aus archaisch und futuristisch, reichern an und brechen auf.

    Sie singen auf Katalanisch, Griechisch, Englisch oder Ladinisch, stehen hochkonzentriert, oft mit geschlossenen Augen auf der Bühne und scheinen den Sog und die Trance ihrer Lieder unmittelbar aufs Publikum zu übertragen. Voller Inbrunst schraubten sich ihre Stücke in mystische Höhen und wurden damit zur spannungsgeladenen Reise durch die erweiterte Mittelmeer-Region und zum kostbaren, mit viel Beifall und Bravi gewürdigtem Erlebnis.

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