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  4. Geschichte: Hitlerputsch 1923: Szenen eines deutschen Bürgerkriegs

Geschichte
26.10.2023

Hitlerputsch 1923: Szenen eines deutschen Bürgerkriegs

SA-Truppen aus dem Umland vor dem Bürgerbräukeller in München während des sogenannten Hitlerputschs im November 1923.
Foto: dpa (Archivbild)

Die Historikerin Edith Raim spricht über 100 Jahre Hitlerputsch, dessen Keimzellen auch in Augsburg lagen. Raim zieht auch Parallelen zur Gegenwart.

Hitlerputsch - das ist so eine historische Chiffre, die uns scheinbar signalisiert: damit ging es los mit dem Nationalsozialismus, ab da hat er funktioniert. Stimmt aber nicht. Es ging nicht erst mit dem Putsch am 8. und 9. November 1923 los, sondern schon viel früher. Und es funktionierte nicht - der Putsch war schnell gescheitert. Hitler musste sich dann eine andere Strategie einfallen lassen, um zur Macht zu gelangen. Das ist ihm bekanntlich gelungen, nicht zuletzt durch Gefolgsleute und Strukturen in Bayern. Die beleuchtete in der Reihe "Augsburger Beiträge zur historisch-politischen Bildung" die Historikerin Edith Raim. Sie rückte dabei, obwohl über den Hitlerputsch schon so viel geschrieben wurde, Unbekanntes auch aus Augsburg in den Fokus und sie betonte die "heute wieder erschreckende Aktualität" der Vorgänge.

Wie in unserer Gegenwart, wo die Menschen durch Pandemie, Kriege in der Ukraine und Nahost sowie Inflation beunruhigt sind, herrschten in den 1920 Jahren (ungleich größere) Sorgen und extrem aufgeregte Stimmung. Die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen und die dramatische Hyperinflation machten aus dem Jahr 1923 DAS Krisenjahr der Weimarer Republik. Auch fünf Jahre nach Kriegsende herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände; in Bayern war man besonders feindselig gegenüber der Berliner Reichsregierung. 

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