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Konzerte
21.06.2022

Wasser trifft auf Musik: Das verspricht das Augsburger Festival Water & Sound

Das Kocani Orkestar aus Nordmazedonien will zum Augsburger Festival Water & Sound seinen Balkan-Brass beisteuern.
Foto: Mégane F Photography

Das Augsburger Water & Sound Festival soll das Festival der Kulturen ersetzen. Es wird sechs statt zwei Tage dauern und auf musikalische Vielfalt bauen.

Das Festival der Kulturen ist vielen Augsburgern als Instanz fest vertraut. Auch dass Augsburg seit 2019 Unesco Weltkulturerbestadt für Wasser ist, wissen die meisten. Jürgen K. Enninger vom Kulturreferat Augsburg hat sich zusammen mit Girisha Fernando die Frage gestellt: „Was haben Wasser und Musik gemeinsam?“ Die Antwort hat Jürgen Enninger natürlich gleich parat: „Wasser und Musik sind ein Bindeglied zwischen Mensch und Natur“. Vielmehr seien sie aber auch eine „Gabe der Götter“ an die Menschen und „Nahrung für die Seele“.

Ende Juli soll in Augsburg das Water & Sound Festival beginnen

Die Integration des Klimaschutzes ist die größte Neuerung des Water & Sound Festivals, das das Festival der Kulturen ersetzen wird. Regelmäßige Festivalbesucher dürfen sich trotzdem wieder auf Weltmusik freuen. Wie fügt sich das zu einem Programm zusammen? Girisha Fernando sagt: „Wir richten parallel einen Blick auf die Ressource Wasser im globalen Kontext.“ Genau aus diesem Grund hat er auch Musiker aus der Sahara und Sahelzone eingeladen. Die Sahara hat im Gegensatz zum wasserreichen Augsburg wenig Wasser, ist aber musikalisch spannend.

Eine Ausstellung des tunesischen Künstlers Skander Tej im Handwerkerhof und den historischen Wassertürmen wird die musikalischen Acts einrahmen. Diese werden am Freitag, Samstag und Sonntag zu hören sein. Das Water & Sound dauert daher etwas länger als gewohnt. Statt zwei Tagen sind sechs geplant. Das Festival soll vom Donnerstag, 28. Juli, bis Sonntag, 31. Juli, und 6. August bis 7. August dauern. Professor Matthias Schmidt und Jens Soentgen werden für das Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg vor Ort sein. Für die Vorträge empfiehlt sich eine Sitzplatzreservierung unter welterbe.veranstaltungen@augsburg.de.

Das Festival zieht vom Siebentischwald bis zum Annahof

Am Freitag wird der Wasservogel im Rahmen einer Kunstperformance seinen Wanderzug durch die Stadt antreten – als ein neues urbanes Ritual. Auf das Publikum wartet im Siebentischwald ein Bambusvogel, den der Künstler Sebastian Giussani gestaltet hat. Das Ritual um den Wasservogel verbindet die Kulturen. Altägyptische Mythologie und bayrisches Brauchtum sind miteinander verwoben. Vom Siebentischwald geht es bis zum Roten Tor und dann weiter in die Altstadt zum Annahof.

Musiker wie die Londoner Saxofonistin Laura Misch begleiten den Wasservogel auf seiner Reise. Im Annahof steigt dann am Abend der musikalische Auftakt des Festivals. Die Band „Les Sahariennes“ tritt um 20.30 Uhr auf. Die vier Musikerinnen stammen aus Mauretanien, Algerien und Marokko. Ihre Idee ist, musikalische Solidarität zu zeigen abseits von Konflikten.

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Das Festival dreht sich um Nachhaltigkeit, Wasser und Musik

Am Samstag tritt im Annahof unter anderem die türkisch-kurdische Musikerin Zilan Hasret Yildiz auf. Sie spielt bei ihrem Percussionauftritt gemeinsam mit lokalen Künstlern aus dem süddeutschen Raum. Auf dem Rathausplatz erklingt die „Stimme des Arabischen Frühlings“, die tunesische Künstlerin Emel Mathlouthi. Ihr Song „Holm“ hat es auf Youtube auf immerhin neun Millionen Aufrufe gebracht. Ihr folgt die nigerianische „Tuareg“ Band Bombino.

Am Sonntag wird dann der britische Journalist Andy Morgan erklären, warum Wasser besser als Gas oder Öl ist. Er erzählt die Geschichte der algerischen Stadt Tamanrasset. Seit 2011 erhält die Wüstenstadt ihr Wasser von einem unterirdischen See. Wasser und damit Frieden für die Region, statt Öl für andere, könnte das Motto des Abends lauten.

Fatoumata Diawara tritt mit den Augsburger Philharmonikern auf

Der Samstag, 6. August, bringt nicht nur musikalische Kostbarkeiten mit sich, sondern auch eine neue Bühne am Kuhsee. Die befindet sich in Blickweite des Hochablasses und des Eiskanals und damit des Wasserkulturerbes. Dort kann das Publikum ab 18 Uhr Bands wie die Augsburger Femme Band „Lilla Blue“ hören. Der musikalische Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des Festivals findet am Sonntag, 7. August, statt. Die für den Grammy nominierte Künstlerin Fatoumata Diawara singt auf der Freilichtbühne, unterstützt von den Augsburger Philharmonikern ab 20 Uhr. Während das Programm sonst kostenlos ist, bildet der Abschluss die einzige Ausnahme. Karten können über das Staatstheater und andere Vorverkaufsstellen erworben werden.

Jürgen K. Enninger deutet abschließend an, dass das Water & Sound Festival sich in eine bayernweite Reihe eingliedern wird. Kultur sei „als Treiberin der Nachhaltigkeit“ in den Fokus von Kunst, Politik und Wissenschaft gerückt.

Das Water & Sound Festival findet vom 28. bis zum 31. Juli sowie am 6. und 7. August statt. Für den Abend mit Fatoumata Diawara und den Augsburger Philharmonikern können Karten unter anderem über das Staatstheater erworben werden. Ansonsten ist der Eintritt frei.

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