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Treffen sich drei Opernsängerinnen vom Theater Augsburg zu einem Geburtstag

Wiederbegegnung

Treffen sich drei Opernsängerinnen vom Theater Augsburg zu einem Geburtstag

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    Drei Sängerinnen, die bei Augsburger Opernfreunden unvergessen sind: (v.l.) Janet Walker, Janet Hardy, Elizabeth Richards.
    Drei Sängerinnen, die bei Augsburger Opernfreunden unvergessen sind: (v.l.) Janet Walker, Janet Hardy, Elizabeth Richards. Foto: Rüdiger Heinze

    Eine gute Freundin des Geburtstagskinds hatte unserer Redaktion gemeldet: Janet Hardy, die beliebte, große Sängerin des Theaters Augsburg bis ins Jahr 2001 hinein, werde 85 Jahre alt am 1. Mai. Aber es war ein Missverständnis. Janet Hardy, die vor 25 Jahren mit einer stimmstarken Brünnhilde in Wagners „Ring“ ihre Karriere beendete, wird am 1. Mai in Wahrheit bereits 86 Jahre alt.

    Nichtsdestotrotz ist dieser Geburtstag bemerkenswert, ereignete sich doch jetzt in seinem Vorfeld ein summit, ein Gipfeltreffen. Der englische Begriff ist deshalb angebracht, weil drei US-amerikanische Sängerinnen, die einst am Theater zur besonderen Freude des Publikums wirkten, zusammenfanden: Elizabeth Richards, die aufgrund ihrer gestochen feinen Koloraturen in bester Erinnerung ist (Engagement bis 1994), sowie Janet Walker mit ihrem ausdrucksstarken warmen Mezzo (Engagement bis 2005). Und eben Janet Hardy, die Hochdramatische, die Augsburg seinerzeit auch zu Metropol-Opernqualität verhalf.

    In zwei Strauss-Opern waren alle drei gemeinsam auf der Bühne

    14 Jahre lang, von 1980 bis 1994, war das Trio gemeinsam in Augsburg tätig, und in dieser Zeit standen sie als Ensemblemitglieder in zwei Strauss-Opern zusammen auf der Bühne: in „Ariadne auf Naxos“ (1983) und im „Rosenkavalier“ (1983/84). Janet Walker, die heute ihren Ruhestand im US-Bundesstaat Connecticut verbringt, aber mit ihrem Mann, den sie in Augsburg bei der US-Army kennenlernte, regelmäßig an den Lech zurückkehrt, erinnert sich: „Als ich 1973 nach Augsburg kam, hatte das Theater zwei Dutzend feste Opern-Solisten. Als ich 2001 aufhörte, noch ein Dutzend.“

    Es waren einst bemerkenswert viele US-Sänger im Ensemble. Die Gründe sind die nämlichen, weshalb heute viele asiatische Künstler an europäischen Opernhäusern singen: bestens ausgebildet, mehr Arbeitsmöglichkeiten als in der Heimat. 1977 kam dann das in Atlanta geborene Maikind Janet Hardy nach Zwischenstationen in Gelsenkirchen und Kassel nach Augsburg, wo sie die ganz berühmten Titel-Rollen interpretieren sollte: „Aida“, „Tosca“, „Turandot“, „Jenufa“ und daneben unter anderem Desdemona („Otello“), Ortrud („Lohengrin“), Senta („Fliegender Holländer“).

    31 Mal sang Janet Hardy in Augsburg die Elektra

    Aber die „Über-Rolle“ für Janet Hardy, das war die Strauss-„Elektra“. 86 Mal sang sie diese enorm fordernde Partie – so rekapituliert sie heute zuhause im Augsburger Ottmarsgäßchen. 31 Mal in Augsburg, fünfmal an der Staatsoper Wien, dazu auch in Dresden, Kopenhagen, Seattle … So war das nicht abzusehen gewesen, als sie noch als Musiktherapeutin in den USA gearbeitet hatte. Janet Hardy erzählt trocken: „Ein einziges Mal erlebte ich in den USA eine Oper, das war ,Fidelio‘ in New Orleans. Weil Leute zu mir sagten, ich solle Gesang studieren, studierte ich Gesang. Erst im Studium, das ich auch in Paris absolvierte, merkte ich: keine schlechte Idee.“

    Was würde sie, die Augsburg als ihre Heimat bezeichnet und im Hochzoller Holzerbau weiter Klavierabende mit Jazz und US-Evergreens gibt, am liebsten noch einmal singen? Ja, es ist die Elektra. Dazu, wie einst, ein Glas Wasser am Bühnenrand.

    Und was würde Janet Walker am liebsten noch einmal wiederholen? Den Augsburger „Rosenkavalier“, in dem sie den Octavian sang – aber nur mit ihren damaligen Mitstreiterinnen zusammen, also Janet Hardy und Elizabeth Richards. Und letztere, die heute mit ihrem Mann, dem einstigen Theater-Solofagottisten Gottlob Schmücker in Haunstetten lebt, wofür könnte sie sich noch einmal begeistern? Es ist Donizettis „Lucia di Lammermoor“, Wahnsinnsarie inbegriffen natürlich. 

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