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Vorschau
23.06.2022

Das Eukitea-Theater spielt Coelhos „Der Alchimist“ auf der Waldbühne

Bunte Farben für ein magisches Werk: Das Eukitea-Theater probt in Diedorf für die Waldbühne.
Foto: Marcus Merk (Archivbild)

Das Theaterprojekt Eukitea spielt in diesem Sommer wieder ein Stück auf der Waldbühne in Anhausen, einen Klassiker von Paulo Coelho. So laufen die Proben.

Manchmal verlangen Regisseure das Unmögliche von Schauspielern, ab und an Wunder. Und wenn man nicht genau wüsste, was hier im Diedorfer Eukitea-Theater gerade gespielt wird, müsste man meinen, es sei schon wieder so weit: „Wir proben jetzt die vorletzte Szene“, ruft Stephan Eckl in den halbdunklen Saal zu den Darstellern, mit ihren Textbüchern in der Hand – und erklärt dann leise: „In dieser Szene verwandelt sich die Figur des Santiago in den Wind.“ Ein Mensch, der zur Bö wird? Zum Sturm? Klingt fantastisch? Ist es auch. Aber Eckl, der seit mehr als 25 Jahren das Projekt Eukitea leitet, vertraut auf die Tricks der Bühnenmagie. Und so feilt er an dieser Schlüsselszene – aus Paulo Coelhos „Der Alchimist“. Ein Weltbestseller, den das Privattheater in diesem Juli auf die Bühne bringt.

Paulo Coelhos Weltbestseller "Der Alchimist" kommt auf die Bühne

Seit er 1988 erschien, hat sich dieser Roman des Brasilianers Coelho mehr als 30 Millionen Mal verkauft, in mehr als 80 Sprachen. Erfolgsrezeptur: Abenteuer, Liebe, Philosophie, Wüstenflair und kräftig Zauberstaub. Ein junger Andalusier will die Welt entdecken, einen Schatz finden, die Pyramiden erblicken. Sein Vater wünscht sich, dass er Priester wird. Doch er wird Hirte und reist bald auf magischen Pfaden.

In Bühnenfassung will nun Eukitea diese Geschichte erzählen, die Premiere ist am Freitag, 1. Juli. Schon einmal stand „Der Alchimist“ bei dieser Theater-Projektgruppe auf dem Spielplan, erlebte 2020 fünf Vorführungen – aber damals noch keine einzige unter freiem Himmel. Diesmal dagegen zieht das Team aus dem schattigen Theatersaal in die Natur, unter Baumwipfel: Gespielt wird auf der eigenen Waldbühne des Theaters in Anhausen. Dort hatten Eckl und sein Team auch schon Klassiker gegeben wie Shakespeares „Romeo und Julia“ und seinen „Sturm“. Freier Himmel, Bühne frei: „Die Natur ist dort so präsent“, erzählt Eckl, „selbst die Glühwürmchen spielen mit.“

Valentin Weiß spielt auf der Waldbühne Anhausen den Santiago

Die bunte Gruppe probt an diesem Tag noch in Diedorf, dafür schon mit Turban und Walleumhang. Auch Darsteller und Darstellerinnen des Berliner Eukitea-Teams mischen hier mit, natürlich auch das „Team Süd“, wie Eckl es nennt, und dazu kommen treue Schauspielkollegen, die aus Italien stammen und für die Inszenierung anreisen – Eckls Netzwerk reicht weit. Hier in Diedorf haben sie sich ein Stammhaus gebaut, inklusive Foyer, Café, Probenraum und einem runden Saal. In dieser Arena vollzieht sich die Verwandlung.

Wie Eckl arbeitet, zeigt sich in der Wind-Szene. Er lässt Schauspielern Raum, den Text zu betasten, auszutesten, immer wieder frisch und anders zu betonen. Hauptdarsteller Valentin Weiß spürt sich in die Rolle des Santiago hinein, er lässt seine Arme durch den unsichtbaren Wind gleiten. Es war schon vollmundig bis übermütig von diesem Roman-Helden, eine Wette einzugehen, dass er sich selbst – einen Menschen – in Wind verwandeln kann. Aber dazu gibt Eckl mit seinen Musikern Klangeffekte. Soundmaschinen schnaufen, Finger trommeln sanft auf Congas, dazu singt ein Sänger mystische Melodien.

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Coelhos Werk liegt nah an der Eukitea-Philosophie: Kunst als Lebensstütze, als Mutmacher, auch als Orientierungshilfe für junge Menschen. Das sei das Ziel seiner Arbeit, sagt Eckl. „Probleme sind Fragestellungen und darin steckt meistens auch schon die Lösung. Und sehr ähnlich gestaltet sich diese Reise des Alchimisten.“

Spieltermine am 1., 2., 8. und 9. Juli. Beginn der Vorführung ist jeweils um 21 Uhr. Infos unter www.eukitea.de.

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