Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Marode Lärmschutzwand an B17: Wo der Verkehrslärm in Augsburg krank macht

Augsburg

Marode Lärmschutzwand an B17: Wo der Verkehrslärm in Augsburg krank macht

  • |
  • |
  • |
  • |
    Die Lärmschutzwand in Augsburg-Kriegshaber ist baufällig und soll entfernt werden, von der B17 aus sitzt sie oben auf Betonelementen.
    Die Lärmschutzwand in Augsburg-Kriegshaber ist baufällig und soll entfernt werden, von der B17 aus sitzt sie oben auf Betonelementen. Foto: Annette Zoepf (Archivbild)

    Die anstehende Demontage von Lärmschutzwänden entlang der B17 Höhe Kriegshaber ohne sofortigen Ersatz (wir berichteten) lenkt den Blick auf das Thema Lärmbelastung in Augsburg. Vorerst gibt es für die Wände keinen Ersatz, weil Geld fehlt. Der betroffene Abschnitt auf Höhe des Osterfeldparks, der wegen Geldmangels keinen sofortigen neuen Lärmschutz bekommen wird, ist durchaus von Lärm betroffen. Auch wenn die Wohnbebauung wegen des Parks nicht bis unmittelbar an die B17 heranreicht. Die Stadt hat Zahlen dazu, wie viele Menschen besonders von Verkehrslärm betroffen sind – und wer mit Schäden für die Gesundheit rechnen muss.

    Insgesamt geht der städtische Lärmaktionsplan auf Basis von Berechnungen davon aus, dass um die 20.000 Menschen stark von Straßenlärm betroffen sind, 5000 das Risiko für starke Schlafstörungen und um die 40 Personen das Risiko von Herzkrankheiten durch Lärm haben. Hinzu kommt noch die Autobahn als Lärmquelle, die über eine Lärmkartierung des Freistaats erfasst wird, wobei mit dem sechsstreifigen Umbau samt Lärmschutz vor gut 15 Jahren deutliche Verbesserungen kamen. Und auch die Schienenwege der Deutschen Bahn werden über eine separate Lärmkartierung erfasst – hier geht das Eisenbahnbundesamt von rund 1800 Bürgern aus, die als stark belastet gelten und von 760, bei denen der Schlaf beeinträchtigt ist.

    In der Grottenau in der Augsburger Innenstadt gilt seit einiger Zeit Tempo 30 - das soll auch den Lärm dort reduzieren.
    In der Grottenau in der Augsburger Innenstadt gilt seit einiger Zeit Tempo 30 - das soll auch den Lärm dort reduzieren. Foto: Bernhard Weizenegger

    Zahlen der Stadt Augsburg sind in der Praxis zu hoch

    Was die Zahlen der Stadt an den innerstädtischen Straßen betrifft, sind diese in der Praxis zu hoch angesetzt, wie die Stadt selbst deutlich macht. Das aktuell vorgeschriebene Berechnungsmodell ordnet alle Bewohner eines Hauses der am stärksten belasteten Fassadenseite zu. In der Praxis befinden sich Wohnräume zumindest bei moderneren Häusern aber verstärkt auf der straßenabgewandten Seite.

    In ihrem Aktionsbericht aus dem Jahr 2024 listet die Stadt diverse Lärmbrennpunkte an Hauptverkehrsstraßen auf, wobei bei einer Reihe von Straßen inzwischen Tempo 30 verhängt wurde oder verhängt werden soll. Dazu zählen unter anderem die Ost-West-Achse in der Innenstadt, der Klinkerberg oder die Perzheimstraße. Am meisten Lärmbetroffene – laut dem nächtlichen Grenzwert – ohne zügige Aussicht auf Besserung leben in der Donauwörther Straße mit insgesamt 1750 Personen, in der Neuburger Straße (insgesamt 1300), in der Rosenaustraße (1115 Betroffene) und in der Friedberger Straße Höhe Hochzoll (738 Betroffene). Teils kommt es in den genannten Straßen noch zu einer Doppelbelastung durch Straßenbahnverkehr. Als ein Lärmbrennpunkt gilt hier die Ulmer Straße.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren